Mit neuen Augen

Haben Sie die Fähigkeit, in die "Rolle des Anderen zu schlüpfen"? "Perspektivenwechsel praktizierte bereits der weitsichtige Johann Gottfried Herder im Jahre 1785 in Bezug auf Schwarzafrika: 'Billig müssen wir, wenn wir zum Lande der Schwarzen übergehn, unsre stolzen Vorurteile verleugnen [ablegen] und die Organisation ihres Erdstrichs so unparteiisch betrachten, als ob sie die einzige in der Welt wäre. ... Mit eben dem Recht, mit dem wir den Neger ... für ein Ebenbild des Unholds halten, kann er seine grausame[n] Räuber [= die Weißen] für Albinos und weiße Satane erklären ...'" (Quelle: http://www.uni-kiel.de/Geographie/Newig/projekte/deut/pers_an.htm)

Perspektivenwechsel hilft nicht nur in Konfliktsituationen, sondern auch im Geschäftsalltag. Die andere Sichtweise kennen zu lernen, erleichtert das Führen der eigenen Mitarbeiter. Das Vermögen, den Anderen zu verstehen, schafft neue Lösungsräume, die ungenutzt bleiben, wenn jeder nur seine Seite sieht.

Setzen Sie also ganz bewusst zum Beispiel die Brille Ihres Mitarbeiters Müller auf. Sie sind nun Müller und sehen die Welt mit seinen Augen. Versuchen Sie dann, folgende Fragen so einfach wie möglich zu beantworten:

  • Was sind meine Erwartungen?
  • Was sind meine Befürchtungen?
  • Wodurch lasse ich mich motivieren?
  • Wodurch fühle ich mich behindert?
  • Was sind meine Stärken und Schwächen?

Notieren Sie die Antworten kurz auf einem Blatt Papier. Mit genügend Übung geht es dann im Kopf. Schauen Sie sich die Antworten, die Sie als Müller gegeben haben, kritisch an. Sind das wirklich die Punkte, die Müller genannt hätte? Wenn Sie als Führungskraft ein guter Zuhörer sind, dürfte vieles davon stimmen. Oder haben Sie Aussagen aufgeschrieben, von denen Sie gerne hätten, dass Müller sie sagen würde - also Ihre eigenen Gedanken? Wenn Sie unsicher sind, dann nutzen Sie einfach das nächste Gespräch mit Müller, um Müllers Welt noch besser zu verstehen.

Ihr Perspektivenwechsel ist gelungen, wenn Bild und Fakten zusammenpassen. Sie werden sich wundern, wie sehr es Ihnen im Alltag hilft, zu wissen, wie Ihr Mitarbeiter "tickt ". Abstimmungen verlaufen effektiver, die Zufriedenheit der Beteiligten wächst oder - wenn es eben mal keine gemeinsame Linie gibt - dann wissen Sie zumindest rechtzeitig, woran dies liegt.

Autor: Regine Hallmayer, ILTIS GmbH. Zu erreichen unter dialog@4managers.de

Weitere Informationen

Fordern Sie auch die Checkliste zum Thema Perspektivenwechsel unter dialog@4managers.de an.

 

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