Meine Welt - deine Welt

Persönliche Werte und Vorstellungen

„Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ In jedem von uns steckt ein Stück von Pippi Langstrumpf. Denn ob nun bewusst oder unbewußt, binden wir persönliche Vorstellungen, Gedanken und Bewertungen in vorliegende Situationen ein. Und nur nebenbei: diese sind auch Spiegelbild unserer gemachten Erfahrungen und den damit verbundenen abgespeicherten Gefühlen.

Ganz ehrlich: jeder von möchte „die eigenen Vorstellungen“ erhalten. Vor allem dann, wenn man Gefahr läuft, sich eventuell von lieb gewonnen Ticks lösen zu müssen.

Und nun nicht gleich wieder eine Bewertung abgeben! Denn dies bedeutet in erster Linie einfach nur, dass es in manchen Fällen hilfreich ist, die eigene Bewertung oder Interpretation des Erlebten zu überdenken.

Man sagt ja auch so schön: „Sich ein neues Bild von etwas zu machen.“ Was nichts anderes bedeutet, als dass Sie sich in manchen Fällen von Ihren eigenen Vorstellungen lösen und anderen Alternativen die Möglichkeit schaffen, wahr zu werden.

Zu kompliziert? Dann machen Sie doch mal eine kleine Übung und Sie werden schnell sehen, was gemeint ist.

Die Übung

1. Lesen Sie die Beschreibung des Bildes durch und versuchen Sie, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie der Raum mit den jeweiligen Gegenständen eingerichtet sein könnte.

Beschreibung: Beim Betrachten des Bildes sieht man einen Raum. Dieser Raum beinhaltet zwei Perserteppiche, einen Kleiderschrank in der rechten Ecke und in der linken Ecke steht ein Bett. Man sieht ebenso ein Streichholz, das neben einem Weinglas liegt, eine Seife, einen Rasierpinsel und einen Kamm.
Die Seife liegt auf einem der beiden Perserteppiche, welcher vor dem Kleiderschrank liegt. Dieser besitzt Spiegeltüren. Der Spiegel am Schrank läßt ein halbes Fenster erkennen. Am Fenster hängt eine Gardine. Man sieht auch Himmel, dieser ist bewölkt. Der andere Teppich liegt vor dem Bett. Und die Zimmerdecke hat kleine Risse.

2. Haben Sie nun eine Vorstellung davon, wie das Zimmer eingerichtet sein könnte? Könnten Sie es kurz zeichnen? Wo steht das Bett? Wo vermuten Sie die Gegenstände?

3. Und jetzt betrachten Sie einmal das Original. Sie finden das Bild wenn Sie den Foliendownload öffnen.

Die Auflösung

Überrascht? Das Bild ist von René Magritte und heißt „Persönliche Werte“. Eine schöne Beschreibung für den Effekt, wie wir unsere eigenen Vorstellungen in Situationen einbringen.

Was könnten nun die persönlichen Werte des Malers hier gewesen sein? Das Weinglas zentral und groß im Bild? Trank er gerne Wein? Oder verabscheute er Alkohol? Die Seife. Steht das für eine sehr reinliche Person, der Hygiene wichtig ist. Das Streichholz? Der Himmel? Drang nach Freiheit? Mehr Raum oder Sinnbild für eine große Kreativität?

Was heißt das für den (Berufs-)Alltag

Übersetzt man diese Übung in den beruflichen Alltag, könnte dies heißen "Vermutungen in Wissen verwandeln":

  • Erschließen Sie sich die Welt des Kunden (deines Gegenübers) durch Fragen.

  • Überprüfen Sie, ob das Bild, das Sie im Kopf haben, auf eigenen Vorstellungen basiert oder auf konkrete Aussagen des Kunden.

Sei es im privaten oder im beruflichen Umfeld, allzuoft konstruieren wir uns unsere eigene Welt und manchmal machen wir uns somit das Leben auch unnötig schwer.

 

Alle Erläuterungen zu Wellness-Themen auf 4managers dienen ausschließlich der persönlichen Unterstützung des Lesers. Die Erläuterungen sind weder als Diagnose, Rezept noch zur Behandlung von Krankheiten oder gesundheitlichen Beschwerden gedacht. Sie können und wollen keine medizinische Betreuung oder Behandlung ersetzen. Die Erwähnung eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Therapie stellt keine Empfehlung dar. Kommentare von Fremdautoren geben die Meinung dieser Autoren wieder und nicht die der Herausgeber. Bitte treffen Sie Ihre persönlichen, eigenverantwortlichen Entscheidungen in Gesundheitsfragen immer zusammen mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

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