In der Ruhe liegt die Kraft

Stress – so belegen Studien - ist zu einem der größten Gesundheitsrisiken in der Arbeitswelt geworden. Bereits jeder dritte Beschäftigte leidet unter Stresssymptomen. Hinter mancher Kündigung verbirgt sich denn auch so genannter Dauerstress, ausgelöst durch ein Burnout, unfaire Attacken am Arbeitsplatz (Mobbing) oder sich ständig wandelnde Strukturen.
Um Stress bewältigen zu können, sollte man sich im Klaren sein, was die eigenen individuellen Stressoren sind. Denn was der eine als Stress empfindet, betrachtet ein anderer als ganz "harmlos". Vier Aspekte spielen hier eine Rolle:

  • die individuelle Bewertung von Situationen,
  • die persönliche Einstellung zu Stress,
  • die eigene Einschätzung seiner Fähigkeiten,
  • die aktuelle Belastbarkeit.

Die individuellen Stressoren entdecken

Zu einer sinnvollen Stressbewältigung gehört also im Vorfeld die Analyse des eigenen Verhal-tens und der Reaktionen:

  • Welche Situation(en) ist/ sind für Sie belastend?
  • Wählen Sie zum Test eine Situation für eine genauere Analyse aus.
  • Beschreiben Sie diese Belastungssituation: Erkennen sie wiederkehrende Muster? Wie oft kommt diese Situation vor? Steht sie in Zusammenhang mit anderen Problemen?
  • Wie verhalten Sie sich in dieser Situation. Welche Symptome treten auf (auf der kognitiven, emotionalen, muskulären und vegetativen Ebene)?
  • Halten Sie fest, welche Nachwirkungen Stresssituationen bei Ihnen haben und welche Konsequenzen dies für Ihr Wohlbefinden und Ihre Leistungsfähigkeit hat.

Hat man seine individuellen Stressoren identifiziert, kann man eine Anti-Stress-Technik zur systematischen Bewältigung anwenden:

  • Einen Stressor auswählen.
  • Wie hat sich die Situation entwickelt und welche Hindernisse stehen ihrer Lösung im Weg?
  • Was wollen Sie für sich erreichen? Wie möchten Sie sich zukünftig fühlen?
  • Sammeln Sie mögliche Lösungsansätze und lassen sie auch scheinbar "unsinnige" Ideen zu, ohne sie sofort zu bewerten.
  • Entscheiden Sie sich dann für ein Vorgehen, legen Sie einzelne Schritte fest, erstellen Sie einen Zeitplan und skizzieren Sie die Stufen Ihres Vorgehens.
  • Setzen Sie Ihren Handlungsplan in die Realität um.
  • Legen Sie fest, in welchen Abständen Sie den Erfolg Ihres Vorgehens überprüfen und was dabei die für Sie relevanten Kriterien sind. So gewinnen Sie Sicherheit über die Effizienz ihrer Handlungen oder können bei Bedarf andere Schritte ausprobieren.

Stress lässt sich im (Berufs-)Alltag selten ganz vermeiden. Sie können aber dafür sorgen, dass Ihr Leben nicht nur aus Stress besteht. Beginnen Sie Ihr Anti-Stress-Programm mit einem "einfachen" Stressor. Stellen sich dann die ersten Erfolge bei der Bewältigung ein, wissen Sie, dass Sie auf der richtigen Spur sind. Gleichzeitig motiviert das verbesserte Lebensgefühl dazu, sich auch "härteren Fällen" zu widmen und so seinen Alltag Schritt für Schritt von andauerndem Stress zu befreien.

 

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