Yoga

Mehr als nur Lotussitz

„Man kann den Wert von Yoga nicht beschreiben, man muss ihn erfahren.“ B.K.S. Iyengar

Bei Yoga denkt man schon lange nicht mehr an esoterisches Entrücktsein oder Räucherstäbchen. Auch das Vorurteil, das ist nichts für „echte Kerle“ ist schon lange ausgeräumt. Zwar tut sich die männliche Bevölkerung noch etwas schwer, aber zunehmend zieht Yoga auch diese Zielgruppe in ihren Bann.

Yoga ist schon lange in der westlichen Kultur angekommen. Ob auf der Suche nach Entspannung, auf dem spirituellen Weg. Yoga bietet in seiner Vielfältikeit für jeden den richtigen Anknüpfungspunkt. Es gibt Richtungen innerhalb der Yoga-Lehre, die das meditative Entspannen in den Vordergrund stellen. Yoga kann aber auch hartes körperliches Training sein.

Inwieweit man tiefer in die Philosophie und Religion, die dahinter stecken, eintaucht, sollte jeder für sich entscheiden. Unabhängig davon ist Yoga eine hervorragende Möglichkeit, Stress abzuschütteln und die Beweglichkeit zu erhöhen und ein Erfahrungsweg, den es interessant sein könnte, zu beschreiten.

Ursprung

Yoga wurde vor Tausenden von Jahren in verschiedenen historischen Perioden in Indien als eine spirituelle Übung entwickelt. Und bestimmt auch in Wechselwirkung religiöser Aspekte aus Hinduismus und Buddhismus. Die Techniken des Yoga sind jedoch für alle Glaubensrichtungen anwendbar, da sie an keine bestimmte Ausrichtung gebunden sind.

Als Grundlagentext gilt die Textsammlung der Upanisaden. Wichtige Aspekte hier: die Alleinheit und die Wiedergeburt. Auf Sanskrit, der klassischen Sprache Indiens, bedeutet Yoga Vereinigung. Und in Yoga steckt das Wort „Joch“ – was soviel wie „anschirren, anbinden“ bedeutet.

Denn: Yoga war ursprünglich jedoch etwas ganz Praktisches: Das Anbinden von Zugtieren. Dahinter verbirg sich aber schon ein wichtiger Aspekt des Yoga-Weges: Yoga stellt aus zwei Elementen eine Vereinigung her. Und eine Lenkung / Kontrolle kann stattfinden.

Im Bild: Die Tiere, die vorher für sich waren, werden miteinander verbunden, es erfolgt also eine Vereinigung. Andererseits bekommt der Fuhrmann oder Bauer mit dem Joch und Geschirr aber auch Kontrolle über die Tiere, es findet damit eine Lenkung der Zugtiere statt.

Die Weisen in Indien erkannten einen tieferen Sinn: "Dieser menschliche Körper ist das Fahrzeug der Seele (eigentlich des "Selbstes" = atman), und die menschlichen Sinne sind zunächst wie wilde Tiere. Sie müssen gebündelt (vereinigt) und kontrolliert (gelenkt) werden, damit der Mensch mit seinem Fahrzeug zur "Selbst-Verwirklichung" gelangen kann."

Ein weiterer wichtiger Text, ist die Bhagavadgita. Ein Gedicht, in welchem der Gott Krisna dem Kriegshelden Arjuna den Weg des Yoga erklärt. Hier werden die ersten drei großen Wege des Yoga benannt.

Der indischen Philosoph und Mystiker Patanjali fasste das damalige Wissen über Yoga in den sogenannten Yoga-sutras zusammen und begründete das „klassische Yoga“. Im zweiten Yoga-sutras wird so zum Beispiel der achtstufigen Pfad, der astanga-marga beschrieben.

Später entwickelte sich der Tantrismus (nicht gleichzusetzen mit den sexuellen Praktiken) in Indien. Erstmals wurde dem Körper, der zuvor als Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung angesehen wurde, eine Wertschätzung zugrunde gelegt.

Heute würde man sagen, mit dem Tantrismus wurde die Gesamtheit betrachtet. Dies ist Grundlage für den fünften großen Weg, den Hatha-Yoga, der den Körper gezielt in die spirituelle Entwicklung einbezieht. Als Grundlagentext gilt hier die Sammlung „Hatha Yoga Pradipika“.

Yoga-Philosophie

Zwar steht Yoga in enger Verbindung zu den Religionen des Hinduismus und Buddhismus. Es ist keine Religion, kein esotherischer oder mystischer Weg. Unter den indischen Meistern und Meisterinnen des Yoga ist eines im Vordergrund: Yoga ist eine  - weltanschaulich neutrale – Methode.

Yoga zeigt sich in unterschiedlichsten Traditionen. Und diverse Trends sind im Laufe der Zeit eingeflossen. Allen gemeinsam ist jedoch der ganzheitliche Ansatz. Mal liegt der Schwerpunkt mehr auf den körperlichen Übungen, mal auf den geistigen.

Grundlagen sind u.a. der Bhagavad-Gita, vor allem für die ersten drei großen Yoga-Wege. Hier geht es im Grund um das Prinzip von Ursache und Wirkung, um Meditation, Reinkarnation oder Selbstverwirklichung des Menschen. Yogis die diesen Weg gehen, bekämpfen das Unreine, um sich auf das Selbst zu konzentrieren oder um sich von negativen Gefühlen abzuwenden.

Es werden viele Lebensweisen angesprochen, die Anweisung zum moralisch-religiösen Lebensstil ist. Und sie geht über die körperlichen und geistigen „Grenzen“ hinaus. Ziel ist es, die Einheit mit sich selbst zu finden, mit der Natur und der kosmischen Existenz. Wer diese Grenzen überwindet, macht sich frei für Intuition, Kreativität und Erkenntnis und steigert das emotionale, körperliche und psychische Wohlbefinden.

Yoga-Wege

Svami Vivekananda (1863 – 1902, Schüler des Yogis Sri Ramakrishna) gilt als der Wegbereiter für die Übernahme des Yoga in den Westen. Nicht nur in seine berühmte Rede in den Vereinigten Staaten, in zahlreichen Vorträgen brachte er Yoga den „Westlern“ näher.

Er war es auch, der das Konzept der vier großen Yoga-Wege entwickelte, die für alle Menschen gangbar sind. Die ersten drei großen Wege (margas), die auf den Texten der Bhagavadgita basieren:

1. der Karma-Yoga (der Yoga des [selbstlosen] Tuns)

2. der Jnana-Yoga (der Yoga der [spirituellen] Erkenntnis)

3. der Bhakti-Yoga (der Yoga der [selbstlosen] Liebe)

Und schließlich, basieren auf den Yoga-sutras des Patanjali

4. der Raja-Yoga (der "königliche" Yoga, der Yoga der Beherrschung)

Später um das 13./14. Jahrhunder kam der fünfte große Weg hinzu, welcher auf der Weltsicht und dem Menschenbild des indischen Tantrismus basiert und dem die „Hatha Yoga Pradipika“ als Grundlagentext dient,

5. der Hatha-Yoga (Yoga der Kraft/des Impulses).

Hatha-Yoga ist im Westen sehr verbreitet. Wobei „Hatha“ Anstrengung bedeutet. Nur durch regelmäßiges Üben können sie Ziele wie Gesundheit, Ausrichtung des Geistes, Freiheit von Leid und Einflussnahme auf alle Aspekte des Körpers erreicht werden.

Yoga-Richtungen

Wer sich auf die Suche nach „seinem Yoga“ macht, wird schnell mit unterschiedlichen Stilen und Traditionen des Yoga konfrontiert. Allen ist jedoch eines gemeinsam: die wichtigste Haltung ist die innere. Von dieser hängt es ab, ob Yoga eine Lebenseinstellung wird oder Gymnastik bleibt.

Fast jeder weiß mittlerweile, was Sanskrit heißt, nur aber etwa die Hälfte hat auch wirklich Praxiserfahrung. Manch ein Anfänger denkt, er macht ein wenig Körperübungen (asansa) und Atemübungen (pranayama) und alles wird gut.

Gemeinsame Wurzel aller heutigen Yoga-Lehren ist vorwiegend das durch den indischen Philosoph und Mystiker Patanjali definierte klassische Yoga. In den zugrunde liegenden Texten, den Yoga-sutras beschreibt Patanjali einen achtstufigen Pfad, den astanga-marga.

Die Yoga-sutras beschreiben die Möglichkeiten, die entstehen können, wenn man sich von Begrenzungen des Bewusstseins befreit. Sie zeigen auch die Fähigkeiten auf, die erlangt werden können. Die Yogis wollen über die Übungen eine Verbindung zum Göttlichen erlangen. Regelmäßiges Üben mit Körper, Atem und Geist ist Voraussetzung.

Und Patanjali erkannte: Ein unruhiger, zerstreuter Geist führt zu unruhigen und zerstreuten Handlungen. Was das heute heißt: Burn-Out. Am Ende steht geistige und körperliche Erschöpfung.

Wer Yoga ernsthaft praktiziert, lebt nach einer tiefen Überzeugung und Lebenseinstellung. Innerer Friede, Gelassenheit und Einklang mit sich und der Umwelt, das sind die Ziele. Das bedeutet aber auch harte Arbeit, Ausdauer und Disziplin.

Die Unterschiede in den einzelnen Yoga-Richtungen sind manchmal nur gering. Vielleicht ist es hier einfach ein Herantasten und Probieren, ob man sich eher einem traditionelleren Stil verbunden fühlt. Oder ob man für sich einen „jüngeren“, den westlichen Bedürfnissen angepassten Stil entdeckt.

Yoga im Westen

Das moderne Leben ist so angefüllt von Stress und Anstrengung, nervöser Anspannung und Überreizung, Leidenschaften und Eile. Wenn die Menschen nur etwas von den grundlegenden Prinzipien des Yoga in die Praxis umsetzen, sind sie besser gewappnet, um ihr komplexes Leben zu meistern.” (Swami Sivananda)

Yoga ist schon lange in der westlichen Kultur angekommen. Während im Herkunftsland Indien die Körperstellungen nur Nebeneffekt sind, spielen sie hier im Westen eine größere Rolle. Vielleicht weil die Mensche mehr davon geprägt sind, etwas Materielles spüren und sehen zu wollen. Aus diesem Grund haben viele westlich geprägter Yoga-Richtungen (vor allem Hatha-Yoga) die asansa (Körperhaltungen) und pranayama (Atemübungen) als zentralen Bestandteil aufgenommen.

Wobei sich wenige bewusst sind, dass sie den Pfad des Yoga eingeschlagen haben, noch bevor sie die erste Übung gemacht haben.

Wann wenden sich Menschen Entspannungsmethoden / dem Yoga zu? Dann wenn sie an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, an dem ein Umdenken von nöten ist. Wenn Streß das Leben bestimmt, wenn Burn-out droht, wenn Unzufriedenheit oder Ängste sich ausbreiten.

Man spürt, dass es Zeit ist, „etwas“ zu ändern. Genau jetzt hat dieser Mensch eigentlich schon den Pfad des Yoga betreten.

Yoga im Führungsalltag

Jede sechste Führungskraft tut es. Doch warum stemmen sich Manager in den Hund, biegen sich zur Kobra oder balancieren das Boot? Suchen die Erde im Schienbein und versuchen, Energien die Wirbelsäule entlang fließen zu lassen?

Die Gründe sind vielfältig. Ob Lebenskrise, Sinnsuche, Schmerzen, Stress oder die Suche nach spiritueller Erfahrung. Schon lange wird die indische Lehre Yoga nicht nur von so genannten esoterisch angehauchten Frauen praktiziert. Yoga icht nur in der westlichen Zivilisation angekommen, sondern auch in den Führungsetagen.

Warum es mittlerweile jede sechste Führungskraft tut, lesen Sie hier

Yoga für Golfer

Namaste“ ist der Gruß des Yogi, bei dem er die Hände vor der Brust faltet und den Kopf zugleich leicht senkt. Sollte die Golfwelt das Potenzial des Yoga für ihren Sport auf breiter Front entdecken, könnte als golfspezische Abwandlung zukünftig verstärkt „Namas-Tee“ als Begrüßungsformel auf dem Platz Einzug halten. Denn: analytisch betrachtet ist Yoga das ideale Mittel zur Performancesteigerung für Golfer jeder Klasse. Es optimiert die körperliche Fitness, hat exzellente mentale Effekte und bietet zahlreiche gesundheitliche Benefits – all-in-one!

Wenn der ambitionierte Golfer trainiert, feilt er meist an seiner Schlagtechnik. Für die im Golfschwung hochkomplexe Bewegung und intensive Belastung ist es jedoch zunächst Voraussetzung, die physischen Grundlagen zu optimieren – die Methoden des Yoga sind hierzu bestens geeignet.

Wie man mit Yoga im Golf sein Handicap verbessern kann lesen Sie hier

 

Alle Erläuterungen zu Wellness-Themen auf 4managers dienen ausschließlich der persönlichen Unterstützung des Lesers. Die Erläuterungen sind weder als Diagnose, Rezept noch zur Behandlung von Krankheiten oder gesundheitlichen Beschwerden gedacht. Sie können und wollen keine medizinische Betreuung oder Behandlung ersetzen. Die Erwähnung eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Therapie stellt keine Empfehlung dar. Kommentare von Fremdautoren geben die Meinung dieser Autoren wieder und nicht die der Herausgeber. Bitte treffen Sie Ihre persönlichen, eigenverantwortlichen Entscheidungen in Gesundheitsfragen immer zusammen mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Werbung
Wellness Twitter

Alpine Wellness im Heidiland: Die ideale Umgebung, um sich verwöhnen zu lassen. http://ow.ly/2i90A

Yoga an den schönsten Orten der Welt. http://ow.ly/2i908

Ayurveda - Voll im Öl, ganz still und total entspannt. http://ow.ly/2gy9Q

Werbung
Werbung