Yoga-Richtungen

Yoga als Lebenseinstellung

Wer sich auf die Suche nach „seinem Yoga“ macht, wird schnell mit unterschiedlichen Stilen und Traditionen des Yoga konfrontiert. Allen ist jedoch eines gemeinsam: die wichtigste Haltung ist die innere. Von dieser hängt es ab, ob Yoga eine Lebenseinstellung wird oder Gymnastik bleibt.

Fast jeder weiß mittlerweile, was Sanskrit heißt, nur aber etwa die Hälfte hat auch wirklich Praxiserfahrung. Manch ein Anfänger denkt, er macht ein wenig Körperübungen (asanas) und Atemübungen (pranayama) und alles wird gut.

Wer Yoga ernsthaft praktiziert, lebt nach einer tiefen Überzeugung und Lebenseinstellung. Innerer Friede, Gelassenheit und Einklang mit sich und der Umwelt, das sind die Ziele. Das bedeutet aber auch harte Arbeit, Ausdauer und Disziplin.

Lehrer vermitteln dies schon in den ersten Stunden: ernsthaft praktiziertes Yoga ist kein „Spaziergang“. Eingeweihte wissen es, und Anfänger ahnen es nach den ersten Stunden. Umso simpler klingt die Lösung Patanjalis: das Positive stärken, das Negative abschwächen.

Wie immer und überall stellt sich auch bei Yoga die Frage: inwieweit nehme ich die Übungen ernst? Folge ich einem Trend, und kann mitreden? Oder will ich durch Yoga bestimmte Veränderungen erwirken?

Die Übungen des Yoga setzen nur den Impuls auf dem Weg des In-sich-Hineinhörens. Durch den gleichmäßigen Rhythmus des Einatmens strömen Energien in den Körper. Ängste und Verspannungen werden durch das Ausatmen gelöst. Übende nehmen Gedanken und Gefühle wahr und lassen sie los. Inwieweit es wirkt und hilft, entscheidet allein der Mensch.

Mit Hilfe eines Blitzkurses in Sachen Yoga werden die Streßsymptome nicht einfach so verschwinden. 

Gemeinsame Wurzel

Im alten Indien jedoch, war Yoga zunächst etwas ganz Praktisches: Das Anbinden von Zugtieren. Dahinter verbirg sich aber schon ein wichtiger Aspekt des Yoga-Weges: Yoga stellt aus zwei Elementen eine Vereinigung her.

Im Bild: Die Tiere, die vorher für sich waren, werden miteinander verbunden, es erfolgt also eine Vereinigung. Andererseits bekommt der Fuhrmann oder Bauer mit dem Joch und Geschirr aber auch Kontrolle über die Tiere, es findet damit eine Lenkung der Zugtiere statt.

Die Weisen in Indien erkannten einen noch tieferen Sinn: "Dieser menschliche Körper ist das Fahrzeug der Seele (eigentlich des "Selbstes" = atman), und die menschlichen Sinne sind zunächst wie wilde Tiere. Sie müssen gebündelt (vereinigt) und kontrolliert (gelenkt) werden, damit der Mensch mit seinem Fahrzeug zur "Selbst-Verwirklichung" gelangen kann."

Klassisches Yoga

 

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