Skilanglauf

Vom Daumen in die Füße

"Wer zu Fuß gehen kann, der kann auch auf Skiern wandern."

Langlauf gehört zu den nordischen Disziplinen und war/ist vor allem in Schweden und Finnland und Norwegen aufgrund der Entfernungen lebensnotwendig gewesen. Langsam kam dann die Sportart nach Mitteleuropa und erst 1970 wurde der Langlauf-Ski auf Masse produziert. Zuvor waren die breiten und hölzernen Bretter angesagt. Heute wiegt eine Ausrüstung gerade mal 3 kg.

Und auch für den Skilanglauf gilt: die einen betreiben es als Profisport, die anderen leiben es, gemächlich durch die verschneite Landschaft zu gleiten. Egal wie. Beim Langlauf werden alle Muskeln gefordert: Arme, Beine und Rumpf leisten richtige Arbeit.

Experten sagen: "Das Laufen beginnt in den Daumen und endet in den Füßen".

Dafür ist es gut

Skilanglauf gehört aus kreislaufphysiologischer Sicht zu den günstigsten Ausdauersportarten, weil dabei mehr Muskeln trainiert werden als bei den meisten anderen Ausdauersportarten. Und das Beste: diese Muskeln werden fast alle gleich intensiv beansprucht, was zu keinem einseitigen Trainingseffekt führt.

80 bis 90 Prozent der Zeit bewegt sich der Langläufer - anders als der Skiabfahrer - aus eigener Kraft vorwärts. Abhängig vom Tempo und von der Geländebeschaffenheit verbrennt ein Skilangläufer etwa 3000 Kilokalorien, wenn er zweieinhalb Stunden trainiert. Die Gleit- und Abstoßbewegungen des Langlaufes sind schonend für Wirbelsäule und Gelenke.

In den 60er Jahren lautete der Titel einer Schweizer Werbekampagne "LLL - Langläufer leben länger". Im Gegensatz zum alpinen Skifahren berichten viele, dass Langlaufen entspanne und sie zur Ruhe und Harmonie bringt. Sie schalten ab in der winterlichen Landschaft und die ständig gleiche Bewegung tut ihres dazu. Der Kopf wird frei.

Ein weiterer Nebeneffekt: die Verletzungsgefahr ist nicht so groß wie beim alpinen Skisport. Und Herz und Kreislauf werden angeregt, der Körper nimmt sehr viel Sauerstoff zu sich.

Regelmäßiges Skilanglaufen hat positive Effekte auf den gesamten Organismus.

  • Muskulatur: Sehr viele Muskeln werden beansprucht: Bein-, Arm- und Rumpfmuskulatur.
  • Ausdauer: verbessert sich.
  • Herz: wird trainiert. Es kann dadurch ökonomischer schlagen, das heißt mit weniger Schlägen mehr Blut als beim Untrainierten pumpen.
  • Atmung: vertieft sich, die Lunge wird gut durchblutet.
  • Stoffwechsel: Langlauf ist sehr kraftaufwendig und hat einen außerordentlich hohen Kalorienverbrauch. Der Stoffwechsel wird insgesamt verbessert, das kann unter anderem dem Herzinfarkt vorbeugen.
  • Immunsystem: wird gestärkt, das schützt z.B. vor Erkältungen.
  • Hält jung: einem vorzeitigen Leistungsabbau im Alter wird vorgebeugt. Sportmediziner haben sogar Hinweise darauf, dass Sport das Leben verlängert.
  • Stresstoleranz: wird erhöht. Ausdauersportler sind psychisch und physisch belastbarer als Untrainierte. Die Behandlung von Depressionen und Aggressionen wird unterstützt.
  • Naturerlebnis: Auf Skiern durch eine verschneite Landschaft zu gleiten, zählt wohl zu den schönsten Naturerlebnissen im Sport.

Aber wie bei allen Sportarten gilt: Finden Sie das rechte Maß, sollten Sie den Langlauf für sich entdecken. Erst dann macht es Spaß und bringt die gewünschten positiven Effekte für Körper und Geist.

Die Technik

Es handelt sich um eine Kombination aus Ausdauer und Kraft und die Grundtechnik ist leicht und schnell zu erlernen. Die Arme schwingen diagonal zu Abstoß-Bewegung der Beine und die wichtigste Technik ist wohl der Diagonalschritt. Aber jeder Muskel ist gefordert und vor allem Anfänger sollten langsam anfangen.

Die Belastung beim Skilanglauf wird von Anfängern häufig unterschätzt, die diesen Sport mit einem Spaziergang auf Skiern verwechseln. Bei Überanstrengung kann es zu Unkonzentriertheit und gar zu Unfällen kommen.

Daher langsam und dosiert beginnen, vor allem, wenn man länger keinen Ausdauersport betrieben hat. In den meisten Gebieten Deutschlands ist es kaum möglich, regelmäßig und über einen längeren Zeitraum Skilanglauf zu trainieren. Er ist meist nur an wenigen Tagen im Jahr möglich und für viele eine willkommene Abwechslung zum ganzjährigen Joggen oder Radfahren.

Die Ausrüstung des Skilangläufers ist leichter und preiswerter als die für den Abfahrtslauf. Zur Grundausstattung gehören Ski, Stöcke, Langlauf- oder Trainingsanzug, Mütze, Handschuhe, Langlaufschuhe und Schneebrille.

Do-it-Yourself

Grundsätzlich ist auch beim Skilanglauf die Dauer wichtiger als das Tempo. Ein guter Orientierungswert für die Belastungsintensität ist das subjektive Anstrengungsempfinden, das als leicht bis mittelhoch eingeschätzt werden sollte. D.h. man sollte nur so lange und so schnell Skilanglaufen, dass man sich dabei weder über- noch unterfordert fühlt. Eine Faustregel dafür ist, nur so schnell zu laufen, dass man sich noch unterhalten kann.

Da die meisten von uns nur im Urlaub die Gelegenheit zum Skilanglauf haben und diese Zeit dann optimal nutzen möchten, sollte man sich vorher ausreichend vorbereiten. Gut geeignet hierfür sind andere Ausdauersportarten, wie z.B. Walking, oder aber eine entsprechende Skigymnastik.

Links und Literatur

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der www.aok.de

Aus: www.richtigfit.de

 

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