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Rolfing
- Strukturelle Integration
Das Rolfing ist eine Kombination aus Bindegewebsmassage und Haltungstraining. Die Technik wurde in den 50er Jahren von der amerikanischen Biochemikerin Ida Rolf (1898-1979) entwickelt. Es wird auch "Strukturelle Integration" genannt. Ein verwandtes Verfahren ist das so genannte "Rebalancing".
Das Verfahren wird in wöchentlichen Einzelsitzungen von ein- bis eineinhalbstündiger Dauer angewandt. Eine Behandlungsserie umfasst in der Regel zehn Stunden.
Für Ida Rolf waren fehlerhafte Körperhaltungen die Ursachen vieler Erkrankungen. Sie ging davon aus, dass nur ein aufrechter Körper der Schwerkraft genug Widerstand entgegensetzen kann. Fehlhaltungen führen dazu, dass wir mehr Energie als notwendig aufwenden müssen, um der Schwerkraft entgegenzuwirken. Diese Energie fehlt dem Körper dann, um sich gegen Krankheiten selbst zu helfen.
Doch Rolfing versteht sich nicht nur als Behandlung von Fehlhaltungen, sondern die Anwender sind der Ansicht, dass sich mit der Methode auch psychische Leiden therapieren lassen. Durch die Korrektur der körperlichen Anzeichen, solle sich auch die zugrundeliegende psychische Problematik beeinflussen lassen.
Wie wirkt die Therapie?
Ida Rolf sah den Menschen mit seiner aufrechten Körperhaltung noch nicht optimal an die Schwerkraft angepasst. Dieses Defizit sollten ihre Massagen und Haltungsübungen ausgleichen.
Sie teilte den Körper in bestimmte Abschnitte ein (Kopf, Schulter, Brust, Bauch, Hüfte, Oberschenkel, Unterschenkel, Füße). Wie die Bauklötze eines Spielzeugturms sollten diese Abschnitte möglichst lotrecht aufeinander liegen. Wird nur ein "Bauklotz" aus der Senkrechten verschoben, gerät der ganze "Turm" (also der Körper) aus dem Gleichgewicht. So soll beispielsweise ein herausgenommener Blinddarm die tief liegenden Bindegewebs-Schichten des Bauchraumes so beeinflussen, dass sich durch den Eingriff letztlich sogar die Stellung der Lendenwirbel verändern soll.
Fehlhaltungen wollte Ida Rolf auf zweierlei Arten korrigieren. Zu Beginn der Behandlung sollen Bindegewebe, Sehnen und Bänder durch eine Massage gelockert werden. Das soll eine aufrechtere Körperhaltung ermöglichen. Die Massage mit Finger, Knöcheln und Ellenbogen kann äußerst schmerzhaft sein. Oft verspüren die Patienten noch Tage später Muskelkater und Schmerzen. Nach mehreren Behandlungsstunden im Liegen und Sitzen kommen dann Übungen im Stehen und Gehen zur Korrektur fehlerhafter Körperhaltungen als zusätzliche Behandlungselemente hinzu.
Bisher ist die Methode den wissenschaftlichen Beweis schuldig geblieben, dass sie tatsächlich Haltungsschäden dauerhaft korrigieren kann oder sogar seelische Leiden zu lösen versteht. Unbewiesen ist auch die Annahme, dass Bindegewebsverhärtungen und verkürzte Sehnen als alleinige Ursache von körperlichen Beschwerden in Frage kommen.
Wann wendet man Rolfing an?
Als Anwendungsgebiete geben die Anwender an:
- Verspannungen
- Skelettdeformationen (Spreizfüsse, Beckentorsionen)
- Wirbelsäulenschäden
- Unfall- und Operationsfolgen.
Doch Rolfing versteht sich nicht nur als Behandlung von Fehlhaltungen, sondern die Anwender sind der Ansicht, dass sich mit der Methode auch psychische Leiden therapieren lassen:
- Seelische Verspannungen
- Ängste und
- Depressionen
Links und Literatur
Quelle: www.aok.de
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