Qi Gong

Fließende Bewegung

Wenn Sie jetzt ein Bild vor Augen haben, wie sich alte Chinesen mit langsamen fließenden Bewegungen in Parks früh morgens in Shanghai aufhalten, dann liegen Sie richtig.

Qi Gong (gesprochen Tschi-Gung) ist Meditation und Bewegungskunst zugleich. Die Methode hat viele Namen: Tu Na – Einatmen und Ausatmen, Lian Qi – Übung der Lebensenergie oder Nei Gong – innere Selbstübung. Erst seit der Gründung der Volksrepublik China spricht man von Qi Gong. Und auch Qi Gong ist eine Form und Methode der TCM. Eine Atemtherapie, die auch Konzentrations- und Meditationsübungen einschließt, die schon viele in den Bann gezogen hat.

Entwickelt hat sich Qi Gong aus 5 Schulen:

  • der rein medizinischen: hier betont Qi Gong die therapeutischen Aspekte der Atemtherapie
  • der konfuzianischen:
  • der Buddhistischen: hier betont Qi Gong die Meditationsübungen
  • der taoistischen: auch hier bedient sich Qi Gong der Meditationsübungen
  • Schule der Kampfesübungen

Wie bei anderen Entspannungsübungen geht auch Qi Gong davon aus, dass durch den Atem das Fließen der Lebensenergie Qi angeregt wird und Blockaden auflöst. Durch das Energietraining kann man die Kontrolle über den Fluss der Lebensenergie erlangen sowie den Willen stärken.

Bekannt sind die Bewegungsabläufe aus dem "Spiel der fünf Tiere" des chinesischen Chirurgen Hua Tuo. Hier werden die natürlichen Bewegungen der fünf wilden Tiere Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Vogel nachahmt.

Man ordnet die Tiere entsprechend ihrer Eigenschaften den fünf Elementen zu:

  • behäbiger Bär   —   Erde
  • anmutiger Kranich   —   Metall
  • geschmeidiger Affe   —   Wasser
  • kraftvoller Tiger   —   Holz
  • dynamischer Hirsch   —   Feuer

Mit der Zeit entstand eine heilgymnastische Bewegungsform. Das "Spiels der fünf Tiere" ist auch noch heute in China sehr beliebt.

Die Wirkung

Generell gilt bei allen Richtungen des Qi Gong, die Lebensenergie zum Fließen zu bringen und Atmung, Körperhaltung und Bewusstsein zu verbinden. Die Atemübungen in engem Zusammenhang mit der Beruhigung der Gedanken sollen allgemeines Wohlbefinden verschaffen, positiv auf Geist und Nervensystem wirken. Durch die weichen fließenden Bewegungen kann Streß abgebaut werden und es entsteht ein ganz praktischer Effekt: Die Körperhaltung wird verbessert.

Mit Hilfe der Übungen des Qi Gong, sollen Sie den eigenen Körper, die Empfindungen und die unterschiedlichen Möglichkeiten erkunden, die eigene Mitte wahrnehmen und stärken. Der bewusste Wechsel zwischen Ruhe und Aktivität führt zu einer inneren Ausgeglichenheit.

Da die Bewegungsabläufe bei Qi Gong auf einzelne Meridiane einwirken, nehmen sie direkten Einfluss auf diese und auf die den fünf Elementen entsprechenden zugeordneten Gefühlslagen:

 

ElementMeridian
HolzLeber / Gallenblase
FeuerHerz / Dünndarm
ErdeMilz / Magen
MetallLunge / Dickdarm
WasserNiere / Blase

Regelmäßiges Üben und Ausführen von Qi Gong heißt, dass Sie langsam Ihre physische, psychische und geistige Funktionen verbessern im Sinne einer Regulation und Stärkung des allgemeinen Zustandes.

Wie führt man Qi Gong aus?

Wichtig ist die richtige Körperhaltung. Die Muskulatur sollte entspannt sein. Übungen, die im Sitzen durchgeführt werden, dienen zur Stärkung des Körpers. 

Führen Sie die Übungen im Stehen durch, stehen die Füße fest mit vorgeschriebener Körperhaltungen. Diese Übungen neben der  Stärkung des Körpers zur geistigen Konzentration eingesetzt.

Dann gibt es die Übungen im Gehen. Es gibt komplizierte und einfache Bewegungsabläufe, "harte" und "weiche" Übungen, schnelle und langsame Bewegungen und Übungen mit großem oder kleinem Kraftaufwand.

Es gibt viele unterschiedliche Atem- und Konzentrationsübungen. Alle aufzuführen wäre hier zu lang. 

Wann wendet man Qi Gong an?

Es haben sich einige wissenschaftliche Nachweise der positiven Wirkung gezeigt. So zum Beispiel bei chronischen Krankheiten. Und man behandelt heute zahlreiche Krankheiten wie Asthma, chronische Bronchitis, Hypertonie, Angina pectoris, peptische Ulzera und Schlafstörungen.

Qi Gong soll eine lindernde oder stärkende Wirkung haben bezogen auf:

  • Stärkung des Körpers 
  • emotionalen Ausgeglichenheit 
  • Konzentrationsfähigkeit 
  • Gelassenheit 
  • Stärkung des Kreislaufes 
  • Verbesserung und Regulierung von Organfunktionen und Stoffwechselvorgängen

Weitere Informationen

Aus: www.meine-gesundheit.de

 

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