Body Mass Index (BMI)

Der 5-Punkte-Plan

Nun ist es also Chefsache: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) wollen gegen das Übergewicht der Bundesbürger vorgehen. Mit einem Fünf-Punkte-Plan!

"Rund 30 Prozent der Erwachsenen sind körperlich kaum aktiv", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. "Auch Kinder bewegen sich heute viel weniger als früher." Verbraucherminister Horst Seehofer betonte, es gehe nicht um neue Vorschriften oder ein Verbot von Fett und Zucker, sondern um den vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln.

15 Millionen Euro für Aktionen gegen Übergewicht

15 Millionen Euro wird für die Aktion gegen Übergewicht zur Verfügung gestellt. Besonders Kinder und Jugendliche sowie sozial benachteiligte Menschen sollen über gesündere Ernährung und Bewegung aufgeklärt werden.

Mit den Aktionen sollen auch die Folgekosten von Volkskrankheiten in Höhe von rund 70 Milliarden Euro im Jahr eingedämmt werden. Seehofer hält etwa die Zuckerkrankheit inzwischen für eine "Epidemie für Kinder und Jugendliche". Bis zu zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen in Deutschland gelten als zu dick.

Das sind die Ziele aus einem Eckpunktepapier:

1. Aufklärung und Vorsorge

"Was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmer mehr!" So sollen Kinder möglichst früh über gesunde Ernährung und mehr Bewegung informiert werden.

Die Verantwortung liegt bei den Eltern. Zusätzlich jedoch soll es Initiativen in Kindergärten und Schulen geben, die zur Aufklärung über Ernährung bei Kindern beitragen. 

Auch in Unternehmen (und Bundeswehr) sollen diese Initiative greifen: Stichwort Kantinenessen.
 
2. Mehr Bewegung

Wie treibt man die Bundesbürger zu mehr Sport an? Wie sieht die Motivation aus? In Gemeinschaftsarbeit Bundesregierung mit Ländern, Kommunen und Sportverbänden sollen Konzepte entwickelt werden, um die Bundesbürger zu mehr Sport und Bewegung im Alltag zu animieren.
 
3. Kantinenessen

Qualitätsstandards sollen helfen, damit in Zukunft das Angebot an Essen in Schulen, Firmenkantinen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen gesünder und ausgewogener wird. 
 
4. Forschung

Nach wie vor noch nicht ausreichend erforscht ist der Einfluss von Ernährung und Bewegung auf die so genannten "großen Volkskrankheiten" wie Fettleibigkeit, Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenbeschwerden. Hier soll mehr investiert werden, um eventuell Ansatzpunkte zu finden. 
 
5. Behörden

Das Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen bei der Förderung eines gesunden Lebensstils soll verbessert werden.

Gemessenes Wohlfühlen

Wie wohl fühlen Sie sich in Ihrem Körper bzw. mit Ihrem Gewicht? Finden Sie die wenigen Speckröllchen um die Hüfte störend? Oder sagen Sie, man muss auch etwas zwischen den Fingern haben?

Medizinisch gesehen sprechen Ernährungsmediziner ab einem BMI (= body mass index [kg/m2]) von über 25 sprechen von Übergewicht, ein BMI von weniger als 20 bedeutet Untergewicht.

Doch was ist der BMI - der Body Mass Index. So gesehen eine Messgröße für Mediziner.

Die Formel zur Berechnung, ob Sie im "Normalbereich" liegen, lautet:

  • Körpergewicht (kg) geteilt durch (Größe (m) x Größe (m)) = BMI

Als Beispiel: 76 Kilo Gewicht, bei einer Körpergrösse von 1,76 Meter ergibt einen BMI von 76 kg : (1,76 x 1,76) = 24,5.

Einige Berechnungen unterscheiden zusätzlich nach Geschlecht. Zudem sind Besonderheiten bei der Berechnung zu beachten. So kann die Berechnung nicht ohne weiteres für sportliche, durchtrainierte Menschen anzuwenden. Denn diese haben durch das hohe Muskelgewicht oft einen hohen BMI, ohne jedoch übergewichtig zu sein. 

Das Ergebnis kann auch durch Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Hypertonie sowie bei psychosozialem Leidensdruck anders sein.

Zwei Drittel der deutschen Männer sind zu dick

Rund 48 Prozent der männlichen Bürger leiden an Übergewicht, knapp ein Fünftel sogar an Fettleibigkeit. Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen demnach sogar an der Spitze, informiert das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften, kurz Eurostat.

Im aktuellen Jahrbuch wurde unter anderem der Bevölkerungsanteil der übergewichtigen und fettleibigen Menschen ab einem Alter von 15 Jahren in den EU-Mitgliedsstaaten berechnet. Der Körpermassenindex, kurz BMI, diente als Maß für die Gewichtsbeurteilung. Neben Deutschland haben auch in Griechenland und Österreich rund die Hälfte der Männer einen BMI von 25 bis 29,9 und sind damit übergewichtig.

Bei den weiblichen Einwohnern liegen Griechenland, England und Portugal vorn. In diesen Ländern bringt etwa jede dritte Frau zu viele Pfunde auf die Waage. In Deutschland sind es immerhin rund 31 Prozent. Auf Malta leben die meisten fettleibigen Männer, denn rund ein Viertel der Bürger hat einen BMI von mindestens 30. In Deutschland ist mehr als jede fünfte Frau fettleibig.

Quelle: Eurostat, Pressemeldung Nr. 25/2007 vom 20. Februar 2007 und Eurostat-Jahrbuch 2006/07 gefunden bei

 

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