Allergieursachen
Von der Hygiene bis zur Umweltbelastung
Es sind in der Zwischenzeit sehr viele allergieauslösende Stoffe (Allergene) bekannt. Und ca. 15% der Bevölkerung leidet unter einer Pollenallergie (allergische Rhinitis). Wissenschaftler sagen, dass 90% aller Allergiker an folgenden Allergenen erkranken: Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel, Mehlstaub, Lösungsmittel und andere chemische Substanzen.
Prinzipiell kann jeder Stoff aus der Umwelt zum Allergieauslöser werden. Bei der Entstehung von Allergien spielen wahrscheinlich mehrere Faktoren eine Rolle.
- So existiert ein vererbbares Risiko. Wer allergische Eltern hat, hat ein eindeutig höheres Risiko, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln. Sind beide Elternteile Allergiker, so wird man mit 60%iger Wahrscheinlichkeit ebenfalls erkranken. Im Allgemeinen wird die Allergieneigung, die Beteiligung betroffener Organe und die Schwere der Ausprägung vererbt.
- Dauernde Belastungen der Seele und Psyche wie Stress, Enttäuschungen oder Trauer haben ebenso Auswirkungen nicht nur körperlicher Art sondern auch auf die Entwicklung von Allergien. Das Immunsystem kann geschwächt sein und dadurch die „Gefahr“ einer überschießenden Reaktion begünstigt sein.
- Aber auch Veränderungen der Lebensgewohnheiten, der Ernährung oder wie einige Wissenschaftler sagen, die übertriebene Hygiene schon im Kleinkindalter begünstigen den Ausbruch von Allergien . Und laut Studien, leiden anscheinend Stadtkinder 15-mal häufiger an Allergien als „Landkinder“, welche schon frühzeitig Einflüssen von Graspollen, Tierhaaren oder ähnlichen ausgesetzt sind. Und der Tübinger Prof. Peter Kremsner, Mitarbeiter an einer weltweiten Studie, sieht Allergien letztendlich als Preis der Zivilisation: Menschen in Europa und Nordamerika haben ein untrainiertes Immunsystem, weil sie Krankheiten durch Impfungen und sofortige Antibiotika-Gaben vermeiden.
Im Normalfall prüft unsere Immunsystem Stoffe, mit denen der Körper in Kontakt kommt. Das Abwehrsystem schützt den Körper vor Schadstoffen und Erregern. Gegen so genannte Antigene (schädliche Stoffe) werden Antikörper produziert, die den Körper zumindest für eine gewisse Zeit immun machen (sensibilisiert). Beim Zweitkontakt mit demselben Erreger erkrankt man also in der Regel nicht mehr, weil sich das Immunsystem erinnert und die passenden Abwehrzellen los schickt.
Bei einem allergischen Immunsystem kann zwischen einem schädlichen Stoff (z. Bsp. Krankheitskeim) und einem unschädlichen nicht unterschieden werden. So bildet der Körper gegen eigentlich harmlose Pollen Antikörper. Die Abwehrreaktion des Körpers ist aber nicht angemessen sondern überschießend. Man reagiert nicht immun, sondern überempfindlich und allergisch.
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