Allergie

Wenn der Körper von der Norm abweicht

Fließschnupfen, Bindehautentzündung, Hautausschläge, Juckreiz. Für viele beginnt die schönste Zeit des Jahres mit diesen Beschwerden. Denn wenn die ersten Blüten sichtbar werden, schwirren auch die Pollen durch die Luft. Fast jeder kennt die Symptome und Begleiterscheinungen einer Allergie aus eigener Erfahrung.

Jahr für Jahr steigen die allergischen Erkrankungen und nehmen weiter zu. Man spricht mittlerweile schon von der Volkskrankheit Allergie. Wissenschaftler versuchen, dem Immunsystem auf die Spur zu kommen und herauszufinden, warum man im Falle einer Allergie von der Norm abweicht.

Definiton

Einer Überlieferung zufolge sollen früher viele Einwohner Persiens immer im Frühjahr an einem Rosenschnupfen gelitten haben. Eine Allergie auf Rosen?

Eine Allergie (griech. allo = fremd, ergon = Reaktion) ist ein Verhalten abseits der Norm. Der Körper reagiert auf bestimmte Stoffe aus der Umwelt (zum Beispiel auf Pollen, Hausstaub, Milben) überzogen. Es kommt zu einer überschießenden Reaktion da das Immunsystem auf Stoffe anspricht, die ansonsten keine gesundheitliche Gefahr darstellen.

Warum er auf bestimmte Stoffe überreagiert ist bislang noch nicht eindeutig geklärt.

1906 taucht der Begriff Allergie erstmals auf. Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet Pirquet fasste unter Allergie die

  • Überempfindlichkeit (Hyperergie)
  • die abgeschwächte Empfindlichkeit (Hypergie)
  • und die fehlende Empfindlichkeit (Anergie)

zusammen.

Mögliche Ursachen

Es sind in der Zwischenzeit sehr viele allergieauslösende Stoffe (Allergene) bekannt. Und ca. 15% der Bevölkerung leidet unter eine Pollenallergie (allergische Rhinitis). Wissenschaftler sagen, dass 90% aller Allergiker an folgenden Allergenen erkranken:

  • Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen, Nahrungsmittel, Mehlstaub, Lösungsmittel und andere chemische Substanzen.

Jedoch kann prinzipiell jeder Stoff aus der Umwelt zum Allergieauslöser werden. Mögliche Ursachen gibt es viele.  

Im Normalfall prüft unsere Immunsystem Stoffe, mit denen der Körper in Kontakt kommt. Das Abwehrsystem schützt den Körper vor Schadstoffen und Erregern. Gegen so genannte Antigene (schädliche Stoffe) werden Antikörper produziert, die den Körper zumindest für eine gewisse Zeit immun machen (sensibilisiert). Beim Zweitkontakt mit demselben Erreger erkrankt man also in der Regel nicht mehr, weil sich das Immunsystem erinnert und die passenden Abwehrzellen losschickt.

Bei einem allergischen Immunsystem kann zwischen einem schädlichen Stoff (z. Bsp. Krankheitskeim) und einem unschädlichen nicht unterschieden werden. So bildet der Körper gegen eigentlich harmlose Pollen Antikörper. Die Abwehrreaktion des Körpers ist aber nicht angemessen sondern überschießend. Man reagiert nicht immun, sondern überempfindlich und allergisch.

Symptome und Beschwerden

Fließschnupfen, Bindehautentzündung usw. Allergien können sich sehr vielseitig und an verschiedenen Organen äußern:

  • an den Atemwegen mit Dauerschnupfen, asthmatische Beschwerden etc.
  • die Haut kann mit Schwellungen oder Ausschlägen reagieren,
  • an den Augen kann Bindehautentzündung entstehen
  • im Magen-Darm-Trakt kann es durch Unverträglichkeiten zu Durchfällen oder Schleimhautentzündungen kommen oder
  • allgemeine Beschwerden wie Kopfschmerz, Migräne, Gelenkschmerzen, Juckreiz und Fieber

Die Symptome sind bei einer Allergie solange vorhanden, wie Allergene im Körper vorhanden sind. Je nach Reaktionstyp können Symptome und Beschwerden

  • sofort (Sofortreaktion)
  • nach Stunden (verzögerte Sortreaktion) oder
  • nach Tagen (Spätreaktion)

auftauchen und dies

  • örtlich begrenzt
  • lokal oder
  • allgemein.

Die schwerste Form ist der anaphylaktische Schock. Eine allergische Reaktion vom Typ I. 

Diagnose

Die Allergiediagnostik bezieht sich darauf, den Beschwerden das auslösende Allergen zuzuordnen.

Es sind mittlerweile rund 20.000 Allergene bekannt. Die Vielfalt macht eine genaue Diagnose nicht einfacher. Nicht immer sind die Auslöser eindeutig zuordenbar.

Der Arzt erforscht dabei in aller Regel zuerst die Krankengeschichte. Über entsprechende Tests wie Hauttests, Bluttests oder Provokationstest kann man Allergien aufspüren.<//span>

Allergieformen

In der Regel und im Alltag erfolgt eine Einteilung der Allergien wie folgt

  • Inhalations-Allergie (Allergene in Staubform wie Pollen oder Hausstaub)
  • Insekten-Allergie (bspw. Bienen oder Wespen)
  • Nahrungsmittel-Allergie (Allergene in nahrungsmittel wie Nüsse, Meeresfrüchte etc.)
  • Kontakt-Allergie (ausgelöst durch Kosmetika, Nickel etc.)
  • Arzneimittel-Allergie (allergische Reaktion auf Medikamente)

Die Medizin unterteilt nach vier Typen, abhängig von der Reaktion des Immunsystems. Die Typen I bis III werden durch Antikörper, der Typ IV hingegen durch T-Zellen vermittelt.

Therapieformen

Es gibt Möglichkeiten und Vorbeugemaßnahmen, um allergische Reaktionen kontrollieren zu können. Voraussetzung ist allerdings, dass man über seine Allergie bescheid weiß (Allergiediagnostik). Nicht immer sind die Auslösereindeutig zuordenbar. Über entsprechende Tests wie Hauttests, Bluttests oder Provokationstest kann man Allergien aufspüren.

Kennt man die Stoffe, auf die der Körper allergisch reagiert, kann man die für sich passende Therapiemaßnahme einleiten:

  • Allergenkarenz bedeutet, das beschwerdeverursachende Allergen vermeiden, was insbesondere bei Allergenen, die in der Luft vorkommen, schwierig ist.
  • Medikamentöse Behandlung zur Linderung und Bekämpfung der Symptome (nicht der Ursache), um möglichst beschwerdefrei zu sein bspw. durch Antihistaminika, DNCG oder Kortison.
  • Hyposensibilisierung: durch Zufuhr des Allergen unempfindlich machen, indem eine Gewöhnung an das Allergen erreicht wird und somit eine Beseitigung der allergischen Reaktion.
  • Alternative Therapieformen wie Akupunktur oder Homöopathie.

Man kann nun nicht abschließend sagen, ob man nach der Behandlung „geheilt“ ist. Allergien können sich noch nach Jahren zurückbilden.

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