Heute schon gelacht? Auch mit Humor lässt sich führen
Haben Sie auch schon einmal eine Sitzung an einem Tag moderiert, an dem Sie sowieso schon schlecht gelaunt waren? Die Sitzung war sicherlich nicht der große Erfolg. Denn andere registrieren Ihr Verhalten und Befinden unbewusst und reagieren dementsprechend. Stimmungen übertragen sich.
Beginnen Sie Ihre Sitzung doch wie Ted Read, ehemaliger Professor am Queens College in Belfast. Ein ausgesprochen eleganter und korrekter Gentleman. Er begrüßte die ihm unbekannte Tagungsrunde und begann mit seinem Vortrag. Viele wunderten sich über die hässlich geblümte Krawatte, die überhaupt nicht zu seinem tadellosen Anzug passte. Nach kurzer Zeit hielt er inne und meinte: "Finden Sie, dass die Krawatte nicht zu meinem Anzug passt?" Die ersten Zuhörer grinsten. Mr. Read meinte: "Stimmt, ich finde sie auch schrecklich.", nahm sie mit diesen Worten ab und band sich die richtige um. Alle lachten, die Stimmung war gelöst und die Tagung begann in einer fröhlichen Atmosphäre.
Unsere britischen Führungskollegen haben es da einfacher. Britischer Humor ist nicht nur am Stammtisch, sondern auch in den Führungsetagen verbreitet. Ein Vortrag wird häufig mit einer Anekdote begonnen.
Wir als deutsche Führungskräfte neigen hingegen eher dazu, Führungsstärke und Überzeugungskraft mit Ernsthaftigkeit zu verknüpfen. Dabei ist die positive Wirkung von Humor erwiesen. Clowns werden in Kliniken engagiert, um die Heilung der Patienten zu beschleunigen. Bei der Firma Kodak können Mitarbeiter ihre Pausen in "Humorräumen" verbringen und sich bei Comics und lustigen Büchern entspannen.
Laut einer Leser-Umfrage von managerSeminare wirkt sich Humor positiv aus:
- zu 88% auf Stress, dieser wird abgebaut und man wird gelassener,
- zu 70% auf die Kreativität,
- zu 64% auf die Gesprächsatmosphäre, die sich besonders bei Konflikten entspannt.
Allerdings kann programmierte Humorigkeit auch:
- nervig sein und die Arbeit behindern,
- missverstanden werden und verletzen,
- Missstände verniedlichen.
Humor kann helfen, eine Situation in das Positive zu kehren. Es geht jetzt nicht darum, sich Humor anzutrainieren, in dem Sie jeden Morgen vor dem Spiegel Grimassen schneiden. Wagen Sie es einfach einmal, eine absurde Situation zu belächeln und Sie werden erleben, dass das Arbeiten dadurch leichter fällt. Oder beginnen Sie eine Sitzung mit einer Anekdote, einem Witz, einem fröhlichen Lächeln oder einem lustigen Gedicht von Morgenstern oder Ringelnatz. Probieren Sie es aus.
Autor: Regine Hallmayer, ILTIS GmbH. Zu erreichen unter dialog@4managers.de
