Die Arena des Erfolgs – fairer Wettbewerb statt Mobbing

"Man muss nicht jeden mögen." Eine Feststellung, die im privaten und sicherlich noch mehr im beruflichen Umfeld gilt. Denn gerade im Job geht es um mehr als Sympathie: man kämpft um Karrierechancen, knappe Budgets, fachliche Anerkennung und nicht zuletzt um den Arbeitsplatz selbst. Doch wo im Namen des Wettbewerbs alle Regeln gebrochen werden, ist die Grenze zum Mobbing oft schon überschritten. "To mob" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt anpöbeln oder bedrängen.
Wenn sich beruflicher Wettstreit zum "Kleinkrieg" entwickelt, gilt es, rechtzeitig und besonnen einzugreifen. Unternehmen, Führungskräfte und die Betroffenen selbst sind aufgefordert, entsprechend ihren Möglichkeiten zu handeln:

Maßnahmen des Unternehmen

Seit 2000 müssen Unternehmen mit mehr als 5 Mitarbeitern einen Maßnahmenplan vorlegen, wie der Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter Rechnung getragen wird. Das Unternehmen ist dabei verpflichtet, seine Mitarbeiter nicht nur im bereits eingetretenen Fall von Mobbing, sondern schon im Vorfeld zu schützen. Als Maßnahmen kommen in Betracht:

  • Soziale Kompetenz fördern, Kommunikationstrainings durchführen, Umgang mit Konflikten üben, betriebsinterne Anlaufstellen schaffen und die entsprechenden Regelungen in die Betriebsvereinbarung aufnehmen.
  • Je nach Sachlage und Ermessen Sanktionen festlegen. Diese können von der Rüge über eine Abmahnung, Freistellung oder Gehaltskürzung bis hin zur Versetzungen oder Kündigung reichen. Die Schwere der Sanktion muss jedoch angemessen zum Fehlverhalten sein.

Maßnahmen der Führungskraft

  • Sorgen Sie für klare Zuständigkeiten in Ihrem Team bzw. Ihrer Abteilung.
  • Sprechen Sie Probleme offen an. So kann in den meisten Fällen nicht nur Konflikten, sondern auch Mobbing vorgebeugt werden.
  • Fördern Sie eine faire Kritikkultur in Ihrer Abteilung.
  • Seien Sie als Führungskraft Vorbild und zeigen Sie Respekt und Unterstützung.
  • Beobachten Sie Ihre Mitarbeiter und deren Beziehungen zueinander. Schreiten Sie bei Differenzen gegebenenfalls ein.

Maßnahmen des Betroffenen

  • Wenn Sie den Eindruck haben, von anderen gemobbt zu werden, suchen Sie das Gespräch und erfragen, was Ihnen konkret vorgeworfen wird.
  • Versuchen Sie, falsche Anschuldigungen gegen Sie aufzuklären, aber rechtfertigen Sie sich nicht. Teilen Sie den Mobbern mit, was deren Verhalten bei Ihnen bewirkt, z.B. gesundheitliche Auswirkungen. Fordern Sie kein Mitleid ein, d.h. drücken Sie nicht auf die Tränendrüse.
  • Bleiben Sie im Gespräch bei Ihrem Standpunkt. Meinungen dürfen auseinander gehen. Wichtig ist, dass offene Gespräche möglich und alle Seiten an einer Konfliktlösung interessiert sind.
  • Bilden Sie keine "Gegenpartei". Der Konflikt wird dadurch nur tiefer.
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, damit nachvollziehbar ist, wann was passiert ist.
  • Wenn Sie sich innerhalb des Unternehmens oder der Abteilung nicht mehr wohl fühlen, versuchen Sie zu wechseln.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, der Personalabteilung oder dem Betriebsrat.
  • Wenn Sie keinen Ausweg mehr sehen, nehmen Sie sich auch professionelle Unterstützung in Anspruch.

Was für alle gilt

  • Lassen Sie Mobbing gar nicht erst zum Thema werden und handeln Sie eigenverantwortlich. Reagieren Sie sofort auf so genannte "Kleinkriege".
  • Wer schweigt, wird zum Mitläufer und am Ende gar zum Opfer. Schreiten Sie ein, wenn in Abwesenheit über Dritte mehr als gelästert wird.
  • Die Klärung unterschiedlicher Standpunkte sollte nie zwischen Tür und Angel erfolgen. Kündigen Sie wichtige Gespräche an und suchen Sie sich dafür einen geeigneten Ort aus.
  • Verfahren Sie nicht nach dem Motto "Da war mal was ..." Schieben Sie eine Aussprache daher nicht auf die lange Bank und beziehen Sie sich vor allem auf konkrete Vorkommnisse.

Es lohnt sich, dem Thema Mobbing aktiv entgegenzutreten. Durch Mobbing kann ein beträchtlicher Schaden für Unternehmen entstehen: die Anzahl der Krankheitsfälle steigt, Mitarbeiter kündigen oder werden gekündigt, gerichtliche Auseinandersetzungen folgen, Abfindungen schlagen zu Buche, die Einarbeitung neuer Mitarbeiter verursacht Aufwand. Schätzungen gehen davon aus, dass Mobbing Unternehmen durchschnittlich 15.000 bis 50.000 EUR pro Jahr kostet. Doch auch die Allgemeinheit bezahlt mit: die Krankenversicherungsbeiträge steigen, Kuraufenthalte verursachen Kosten, die Zahl der Arbeitslosen erhöht sich. Die Allgemeinheit wird so mit schätzungsweise 50 Mrd. EUR im Jahr belastet.

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