Der Blick in den Spiegel

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit Eigenschaften von Führungskräften und Topmanagern. Welche Charakterzüge helfen auf dem Weg nach oben? Welches Verhalten motiviert Mitarbeiter, welche Handlungen bauen Widerstände auf? Die Ergebnisse können den Anstoß geben, sich mit dem eigenen (Führungs-)Verhalten auseinander zu setzen. Doch wer schaut schon gerne kritisch in den Spiegel? Ein wenig Humor und Ironie kann die Sache einfacher machen.

Wenn man das eigene Verhalten mit einem Augenzwinkern betrachtet, fällt es oft leichter, die Eigenschaften zu entdecken, an denen man noch arbeiten kann. Denn wer seine Schwächen kennt, bleibt in kritischen Situationen häufig gelassener, da die Angriffsfläche nicht so groß ist. Welcher Typ Chef sind Sie? Und wie sollten Ihre Mitarbeiter sein? Vielleicht müssen Sie ja sogar bei der einen oder anderen - nicht ganz ernst gemeinten - Beschreibung von Cheftypen schmunzeln:

  • Der Ahnungslose: Eigentlich haben Sie von nichts eine Ahnung? An Fachwissen mangelt es Ihnen, doch keiner darf es merken?
  • Der Ausbeuter: Sie überhäufen Ihre Mitarbeiter mit Arbeit – bis an die Belastungsgrenze jedes Einzelnen. Aber Sie gehen geschickt dabei vor: Sie benutzen Schmeicheleien und treten dabei nicht mit gnadenloser Härte auf? Wenn sich Ihre Mitarbeiter begründet widersetzen, haben Sie damit kein Problem.
  • Der Aussitzer: Sie vermeiden jede Art von Entscheidungen und haben Angst vor Neuerungen, denken am liebsten in Ruhe über eine neue Situation nach? Ihre Mitarbeiter vermeiden den Stress mit Ihnen am ehesten, wenn sie nicht auch noch Druck ausüben, sondern Ihnen fundierte Entscheidungshilfen und Meinungen bieten.
  • Der Blender: Sie lieben Ihren teuren Dienstwagen, Ihre Design-Büroeinrichtung? Sie wollen etwas darstellen und dazu ist Ihnen jedes Mittel recht? Auch dass Sie - seien Sie ehrlich - Mitarbeiterideen als eigene verkaufen?
  • Der Choleriker: Sie sind eigentlich unberechenbar? Sie explodieren völlig unkontrolliert und Ihnen geht Emotionalität vor Sachlichkeit? Wenn Ihre Mitarbeiter ruhig bleiben, Ihnen "aufrecht" gegenübertreten oder Sie einfach auch mal stehen lassen, können Sie sich anschließend sachlich unterhalten.
  • Der Kreativ-Spontane: Was sind Ihre Lieblingsthemen: Kreativität? Spontaneität? Innovation? Aber Ihr Problem ist, dass sie alles auch umsetzen müssen / wollen / sollen.
  • Der Patriarch: Sie wollen doch nur das Beste für Ihre Mitarbeiter? Belehren Sie Ihre Mitarbeiter? Sie übernehmen gerne die Vater-Rolle? Sie ärgern sich darüber, dass Ihre Mitarbeiter sich wie Kinder benehmen und nicht artig sind?
  • Der Pedant: Sie hassen die Unzuverlässigkeit und Schlamperei Ihrer Mitarbeiter? Oder Sie freuen sich regelrecht darüber? Sie delegieren eigentlich nicht, sondern führen streng und autoritär, geben detailgenaue Anweisungen?
  • Der Tyrann: So sind sie halt: tyrannisch, launisch, feindselig, aggressiv. Und es stört Sie nicht wirklich? Sie leben Ihre Ausbrüche regelrecht aus?
  • Der Unnahbare: Ihre Mitarbeiter dürfen Ihnen ja nicht zu nahe kommen? Sie lieben harte Fakten und Sachlichkeit? Ein Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern aufzubauen, ist Ihnen völlig fremd?

Auch wenn Sie Eigenschaften bei sich entdecken, die Sie ändern möchten, schießen Sie nicht übers Ziel hinaus. Als Führungskraft müssen Sie nicht Everbody’s Darling sein. Denn schließlich gibt es auch Rahmenbedingungen, die von Ihnen ein hartes Durchgreifen verlangen: Umstrukturierungen, die vom Vorstand beschlossen werden, eine angespannte Finanzlage des Unternehmens oder allgemeiner Personalabbau. Sie und Ihre Mitarbeiter sollten miteinander auskommen. Achten Sie auf einen fairen und offenen Umgang und bleiben Sie im Dialog: "Man muss nicht jeden lieben, aber man sollte innerhalb des Büros einen Umgang wie unter Erwachsenen pflegen."

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