10 Gebote des Vertrauens - nicht nur für Manager
Unternehmen stehen heute in einem Konflikt zwischen: Rentabilität und Verantwortung einerseits, Misstrauen und nachhaltiger Wertschöpfung andererseits.
Die scheinbaren Widersprüche zwischen:
- wirtschaftlichem Erfolg und erwartungsvollem Handeln
- freiem Unternehmertum und sozialer Gerechtigkeit
- Wettbewerb und Solidarität
- Egoismus und Altruismus
sind scheinbare Gegensätze und haben mit Ursache-Wirkung in einer realen Demokratie und sozialen Marktwirtschaft nichts zu tun.
Vertrauen oder die Erwartung, dass es „gut gehen wird“ ist eine Investition in eine konstruktive Zukunftsgestaltung, also ein Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens als sozialer Organisation; während „Dienst nach Vorschrift“, Misstrauen oder „Gut-Menschtum“ eher Passivität oder sogar Arbeitsverweigerung unterstützten und damit wertvernichtend wirken.
Trotzdem muss festgestellt werden, dass Vertrauen und Misstrauen fruchtbare Gegensätze sind, sozusagen das Salz in der Suppe (des Lebens).
Außerdem reduziert Vertrauen Komplexität. Im Prozess der Globalisierung ist Vertrauen eine „riskante Vorleistung“ (Luhmann (1)), um Menschen zum Handeln und zur Kooperation zu bringen und dadurch Transferkosten durch die Koordination von übergeordneten Organen zu sparen.
Die christliche Moral und der kategorische Imperativ von Kant (handle so, dass es als Vorbild dienen kann) werden fälschlicherweise so interpretiert, dass man in erster Linie selbstlos/gemeinnützig für andere tätig werden soll. Das ist weder menschlich noch in einer globalisierten Welt realistisch.
Schon Aristoteles hat darauf hingewiesen, dass menschliches Handeln aus Eigeninteresse in solche Bahnen gelenkt werden muss, dass daraus ein gelingendes und effizientes gesellschaftliches Zusammenleben resultiert oder, modern auf unsere Wirtschaft und die globale Herausforderung der übervölkerten Welt bezogen, heißt das: nur Eigeninteresse im konsequenten (aber geordneten) Wettbewerb kann sicherstellen, dass die Milliarden Menschen durch ihr Eigeninteresse sich selbst so organisieren, dass die Ressourcen für die benötigten Güter und Dienstleistungen effizient genutzt und gerecht verteilt werden.
Allein diese freie und sozial koordinierte Marktwirtschaft hat die „praktisch-moralische Qualität“, um für den Erhalt der sozialen Ordnung zu sorgen. Der moderne ethisch-wirtschaftliche Imperativ heißt also: „Investiere in Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil!“ oder „schaffe für alle gleichberechtigte Win-Win-Situationen!“ (2).
Vertrauen gewinnt
Quellen
1. Luhmann, Niklas (1968 / 2000): Vertrauen ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität (4. Auflage, Stuttgart)
2. Suchanek, Andreas: Business Ethics and the Golden Rule, Wittenberg-Zentrum für globale Ethik, Diskussionspapier Nr: 2008-3
3. Nöllke, Matthias, Vertrauen, Haufe, München, 2009
4. Sprenger, Reinhard, Vertrauen führt, Campus Frankfurt, 2004

Norbert Klis
Dipl.-Kaufmann
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