Visionärer Kegel

Die Zukunft planen

Der visionäre Kegel ist ein Instrument der strategischen Planung, mit dessen Hilfe sich verschiedene Zukunftsbilder ausleuchten lassen. Er ermöglicht dem Top-Management verschiedene denkbare Zukünfte durchzuspielen, um sich schließlich auf ein gemeinsames Zukunftsbild zu einigen.

Der Vorteil des visionären Kegels liegt darin, dass sich in ihn verschiedene Analyse- und Prognosetechniken wie die SWOT-Analyse, die Branchenstrukturanalyse, die Zukunftskonferenz oder die Szenariotechnik integrieren lassen.

Zukünfte ausleuchten

Der visionäre Kegel erleichtert die Arbeit an den Zukunftsaussichten. Beim Blick nach vorne geht jede Führungsmannschaft von einem bestimmten Standpunkt in der Alten Welt aus. Gemeinsame Erlebnisse und die aus diesen Erfahrungen abgeleiteten Denkmodelle und Hypothesen erzeugen einen Rahmen, der nur einen Teil der Zukunftschancen im Blickfeld hat.

Ausgehend vom Standpunkt wird dann - abhängig von den verfügbaren Informationen und vom Willen des Top-Managements - mit einem schwachen oder starken Scheinwerfer in die Zukunft geleuchtet. Je nach Breite des Durchlasses im Rahmen und der Länge des gewählten Zeithorizonts ergibt sich ein kleiner oder großer Lichtkegel, der die denkbaren Entwicklungsmöglichkeiten aus Sicht der Beteiligten beschreibt.

Die Aussichten werden dabei um so diffuser und mehrdeutiger, je weiter in die Zukunft geleuchtet wird. In die vorstellbaren Zukünfte am Ende der Fläche wird dann ein Bild der künftigen Organisation projiziert, das dem Unternehmen aus der Perspektive des Top-Managements eine möglichst vorteilhafte Position verschafft.

Vorgehen

Um die Zukunftsaussichten zu klären, sind also folgende Schritte erforderlich:

  • Standpunkt bestimmen: „Wo stehen wir heute?“
    Der eigene Standpunkt ist zu beschreiben und hinsichtlich Stärken und Schwächen einzuschätzen.
  • Rahmen erkennen: „Welcher Rahmen bestimmt unser Handeln?“
    Die Annahmen über Trends in der Umwelt, Märkte und Wettbewerber werden offengelegt und hinsichtlich Chancen und Risiken durchleuchtet.
  • Zeithorizont festlegen: „Wie weit wollen wir in die Zukunft schauen?“
    Der Zeithorizont, für den das Geschäftssystem entworfen wird, ist zu bestimmen.
  • Denkbare Zukünfte beschreiben
    Die Beteiligten diskutieren und bewerten die aus ihrer Sicht möglichen Zukünfte
  • Auf ein Zukunftsbild einigen
    Ausgehend von der Bewertung der denkbaren Zukünfte entscheidet sich die Führungsmannschaft für ein Zukunftsbild, auf das hin sie die Strategie des Unternehmens formuliert.

Quelle

ANWANDER, Armin: Strategien erfolgreich verwirklichen: Wie aus Strategien echte Wettbewerbsvorteile werden. Zweite, erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2002. ISBN 3-540-42445-8.

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