Twitter

Was ist Twitter?

Twitter ist eine Online-Plattform, auf der die Nutzer Textmeldungen von bis zu 140 Zeichen Länge veröffentlichen können. Was im März 2006 als Intranet Projekt der Podcasting-Firma Odeo begann, ist heute eines der größten Mikro-Blogging-Netzwerke.

Am Anfang stand die Idee der schnellen Kommunikation: Über Kurzmeldungen wollte Jack Dorseys zeitnah erfahren, woran die Kollegen gerade arbeiten. Schnell wurde daraus eine Internetlösung, die seit 2007 als eigenständige Firma geführt wird. Heute zwitschern (englisch: twitter) weltweit mehr als 6 Millionen Mitglieder auf der Plattform und beantworten immer wieder die Frage „What are you doing?“ (Was tust du gerade?).

Wie funktioniert Twitter?

Um „mitzwitschern“ zu können, ist eine Anmeldung auf der Twitter-Plattform erforderlich. Die Gestaltung der eigenen Profilseite ist ebenso spartanisch, wie die Länge der Twittertexte: Name, Hintergrundbild und ein Satz zur Darstellung der Person, des Produktes oder der Firma müssen ausreichen. Alles ist knapp, kurz und einfach gehalten. Wer das eigene Profil angelegt hat, kann mit den ersten Meldungen starten. Diese werden entweder für alle öffentlich oder für die so genannten „follower“. Das sind die Nutzer, die sich per Klick miteinander verknüpft haben. So hat jeder Twitter-Nutzer seine „follower“ und die, denen er selber folgt. Dadurch entstehen Micro-Netzwerke im großen Twitter-Netzwerk.

Neben den öffentlichen Tweets, so die Bezeichnung der 140-Zeichen-Meldungen, können die Nutzer auch Antworten („Replies“) oder direkte Nachrichten („Direct Messages) an einzelne Nutzer schicken.

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Welche Nutzungsformen gibt es?

Neben der eigentlichen Plattform (www.twitter.com) werden inzwischen zahlreiche Tools zu Twitter angeboten. Insbesondere die Möglichkeit des „mobilen twitterns“ eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten: Per Handy, Organizer oder Smartphone kann jederzeit eine Meldung gesendet oder publiziert werden, die dann auf der eigenen Twitterseite und bei den „followern“ erscheint. Auch Fotos und Filme können inzwischen publiziert werden. Dem technischen Angebot entsprechend vielfältig entwickeln sich auch die Nutzungsformen.

  • Privater Austausch
    In kleinen Netzwerken werden persönliche Meldungen ausgetauscht, die vom persönlichen Erlebnisbericht über Tipps und Anregungen bis hin zum Online-Tagebuch reichen. Vermutlich sind sich nicht immer alle Nutzer darüber bewusst, dass ein Millionenpublikum potenziell auf ihre Meldungen Zugriff hat. Entsprechend kritisch ist diese Form des twitterns auch in Bezug auf das Thema Datenschutz zu betrachten.
  • Nachrichten
    Nachrichtenmagazine, Zeitschriften und Radiosender sind inzwischen fast gezwungen, sich mit diesem Medium auseinander zu setzen. Wie schnell sich Nachrichten über Twitter verbreiten können, wurde am 15. Januar 2009 deutlich. Die Notlandung des Airbus im Hudson River in New York, verbreitete sich bei Twitter wie ein Lauffeuer. Die ersten Informationen und Fotos der Notlandung wurden nicht über die großen Nachrichtenagenturen verbreitet. Twitter-Nutzer berichteten direkt vom Ort des Geschehens. Spiegel-Online bezeichnete das Phänomen als „Bürgerjournalismus“. Beim diesem Tempo der Twitter-Nutzer müssen sich Online-Nachrichtendienste sputen, um nicht abgehängt zu werden. Auch hier gibt es eine kritische Seite: Je schneller Nachrichten auf diesem Weg eine breite Öffentlichkeit erreichen, desto größer ist die Gefahr, dass auch Falschmeldungen die Runde machen. Hier kommt den Medien ganz sicher die Aufgabe zu, für abgesicherte und zuverlässige Informationen zu sorgen.
  • Marketing und Werbung
    Neben dem privaten Austausch und der schnellen Versorgung mit aktuellen Informationen und Nachrichten, eignet sich Twitter auch als Marketinginstrument und Werbemedium. So können zum Beispiel neue Produkte mit Kurzmeldungen beworben werden oder Nutzerreaktionen auf bestimmte Produkteigenschaften überprüft werden.
    Sogar Produktentwicklungen per direkter Kommunikation mit der Zielgruppe sind denkbar. Gerade die dialogischen Möglichkeiten des Mediums lassen dieses über das bloße Werbemedium in Richtung eines wirkungsvollen Marketinginstrumentes hinauswachsen. Die denkbare Palette reicht von der Marktbeobachtung über die gezielte Marktanalyse bis hin zum bunten Online-Marketing-Mix.
  • Mikroblogging  
    Als eine Mischform aller anderen Nutzungsformen kann der Einsatz von Twitter für das Mikroblogging betrachtet werden. Blogger veröffentlichen regelmäßig ihre Artikel auf einer Art Online-Tagebuch oder Journal in Form einer Internetseite. Meist sind die Beiträge chronologisch sortiert und ranken sich um ein bestimmtes Thema.
    Üblicherweise sind Blogeinträge länger als die 140 Zeichen bei Twitter. Gerade aber die mobile Eingabe und die Kürze eröffnen neue Möglichkeiten. So können z. B. Momentaufnahmen direkt aus einer Konferenz oder von der Messe auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden. Entsprechende Softwaretools ermöglichen es sowohl Twittermeldungen auf dem eigenen Blog darzustellen, als auch neue Blogbeiträge automatisch als Twitterbeitrag zu melden. Auch bei Blogs gibt es nahezu alle Anwendungsformen: Vom persönlichen Onlinetagebuch über die Gedichtsammlung, den Fotoblog bis hin zu thematischen Blogs, Nachrichtenblogs oder umfassenden Marketingblogs.

Twitter und das Management

Noch immer gibt es deutliche „Berührungsängste“ zwischen den Managern in Unternehmen und den Medien des Web 2.0. Manager leiden in der Regel an Zeitnot und das Web 2.0 erfordert ein Mindestmaß an Zeit, die man mitbringen muss, um mit dem Medium vertraut zu werden.

Noch immer sind etliche Manager anzutreffen, die sich Ihre E-Mail von der Sekretärin ausdrucken lassen und selbst dem Medium Computer reserviert gegenüber stehen. Wer jedoch in der Zukunft erfolgreiches Marketing betreiben will, muss diese Medien und das Nutzerverhalten der „Netzgemeinde“ kennen.

Die Frage ist nun, ob man dann auch als Chef gleich twittern muss? Erfahrene Blogger raten davon ab. Zu öffentlich und unmittelbar ist bloggen und twittern und wer die Ziel- und Rollenkonflikte im Management erfolgreich lösen will, darf sich nicht zu früh festlegen. Nur wer selbst eine hohe Affinität zum Medium hat, viel Spaß am Bloggen oder Twittern mitbringt und keine Angst vor öffentlichen Rollenkonflikten hat, sollte sich hier aus dem Fenster lehnen. Alle anderen sind gut beraten, sich Spezialisten für diesen aufstrebenden Markt zu suchen, die professionell und zielgruppengerecht mit diesem Medium umgehen.

Twitter-Kritik

So wie Twitter viele Chancen mit sich bringt, gibt es auch Schattenseiten des Mediums:

  • Arbeitszeit
    Wer neben der Arbeit seinen Twitter-Account mit Meldungen bestückt, die nichts mit der eigentlichen Aufgabe zu tun haben, twittert sozusagen auf Kosten des Arbeitgebers.
  • Konzentrationsmangel
    Twittern ist, sofern es nicht dem Zweck der Arbeit dient, vorrangig eine Freizeitbeschäftigung und aufgrund der hohen Frequenz der Meldungen ganz sicher nicht förderlich für die Konzentration bei der Arbeit. Selbst wenn mal keine Meldungen erscheinen, hat das Medium ein dauerhaftes Potenzial der Arbeitsunterbrechung.
  • Informationsflut
    Beim Twittern wird ein hoher Anteil irrelevanter Information erzeugt, der wiederum gefiltert und verarbeitet werden muss. Dadurch trägt twittern keines Falls zu einem besseren Informationsmanagement bei.
  • Datenschutzproblematik
    Der „sorglose“ Umgang mit persönlichen, über den Tag hinweg gestreuten Meldungen führt zu einem unsensiblen Umgang mit kritischen Daten. Da werden Namen genannt, Empfindungen preisgegeben und Erfahrungen mitgeteilt, bei denen unklar ist, wer diese wann zu welchem Zweck auswerten kann.
  • Suchtpotenzial
    Twitter ergänzt die schnelllebige Medienlandschaft um ein weiteres effektives Medium. Schnelles Feedback, Anerkennung für gute Beiträge, positive Rückmeldungen zur Selbstdarstellung, ständig etwas Neues und Interessantes – das aktiviert, erzeugt Motivation und befriedigt etliche Grundbedürfnisse. Entsprechend schwer fällt es dem einen oder anderen, einfach mal wieder abzuschalten und den Twitter-Account ruhen zu lassen.

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Twitter Perspektiven

Twitter steckt in Europa im Jahr 2009 im Vergleich zu Japan und den USA noch in den Kinderschuhen. In Japan ist der Twitterdienst bereits mit Werbung versehen und spielt die ersten Umsätze ein. Gerade die japanische Netzgemeinde zählt zu den fleißigsten Twitterern.

Unzählige selbsternannte Web 2.0-Spezialisten sind mit Angeboten zum Thema Twittermarketing unterwegs und beraten und begleiten Firmen und Unternehmen auf dem Weg ins Twitterland. Auch das Marketing der politischen Parteien in Deutschland wird von diesem Medium mit beeinflusst. Noch nie waren so viele Politiker auf Internetportalen wie z. B. Twitter und Facebook aktiv. Fast alle Parteien nutzen inzwischen eigene Web-Community-Portale.

Twitter wird in dieser Welle mitschwimmen und ganz sicher noch an Einfluss gewinnen. Mit Sicherheit wird sich diese Form der Kommunikation weiterentwickeln und bisher nicht bekannte Möglichkeiten erschließen. Man denke nur an die Verbindung von SMS-Diensten, Telefon und Twitter oder so wie es schon heute regionale Twitterlandkarten gibt an Twitter-Themenlandschaften oder Nutzerumfragen zur Meinungsbildung und Marktforschung, was zu neuen Formen der Arbeit mit Panels führen würde. Einige Ideen sind noch nicht gedacht und zahlreich vorhandene Potenziale für Marketing und Werbung noch nicht genetzt.

Ob Twitter selbst als Ideengeber und Gründerfirma mit dabei sein wird ist offen und hängt wohl eher vom Geschick des Managements als von er Webentwicklung insgesamt ab.

Quellen rund um Twitter

Hintergrundinformationen
http://webworkblogger.de/index.php/2007/03/27/das-deutsche-twitter-handbuch/
http://leanderwattig.de/index.php/2009/02/28/was-ist-twitter/
http://www.drweb.de/magazin/das-ist-twitter/
http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter
http://gedankensolo.wordpress.com/2009/02/23/was-ist-eigentlich-twitter/

Twitter-Tools
http://karrierebibel.de/zwitscherliste-%E2%80%93-uber-100-twitter-tipps-und-tools/
http://karrierebibel.de/zwitscherzone-40-twitter-tools/
http://twitter.pbwiki.com/Apps

Umfragen, Statistiken, Verzeichnisse
http://twitterumfrage.de
http://twitterholic.com
http://www.twitcharts.de

Nachrichten und Politik
http://www.homopoliticus.de/twitter/
http://sozialgeschnatter.wordpress.com/2008/11/24/deutschsprachige-medien-bei-twitter-die-liste/

4managers bei Twitter
Wir sagen es mit weniger als 140-Zeichen:
Bitte folgen Sie uns www.twitter.com/4managers

Autoren

Thomas Fleck
thomas.fleck@iltis.de

 

 

Tatjana Becker
tatjana.becker@iltis.de

 

 

Weitere Informationen

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