Management by Walking around (MBWA)

Den Job im Gehen erledigen

"MBWA is simply a means of promoting effective two-way communication between employees and managers. Two-way channels of communication provide for fruitful, immediate exchange between two or more parties, thus filling the gaps left open by other communications techniques."

PETERS und WATERMAN (1982), Erfinder von MBWA

Management by Walking around (MBWA) ist ein Kommunikationswerkzeug, das dem direkten persönlichen Kontakt zwischen der Unternehmensführung und den Mitarbeitern eine große Bedeutung zumisst. Anstatt sich in seinem Büro zu verkriechen, geht der Manager durch sein Unternehmen und sucht seine Mitarbeiter an deren Arbeitsplätzen auf.

Die Unternehmensführung gewinnt somit außerhalb von Meetings ein Bild der Mitarbeiter in ihrer "natürlichen Umgebung". Auf regelmäßigen Gängen durch das Unternehmen gibt der Chef darüber hinaus Gelegenheit, ihn direkt anzusprechen und demonstriert damit sein Interesse.

Wird MBWA Teil der Unternehmenskultur, können Missverständnisse und Probleme oft schon im Ansatz vermieden werden, da jeder, anstatt eine weitere Mail zu schicken, den direkten Kontakt mit seinem Gegenüber sucht.

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MBWA als Werkzeug des Kommunikationsmanagements

Als ein Werkzeug des Kommunikationsmanagements empfiehlt MBWA dem Manager, regelmäßig selbst zu seinen Mitarbeitern zu gehen und das persönliche Gespräch zu suchen.

In vielen Unternehmen scheitert das jedoch schon allein an der Unternehmensgröße. Hier bietet es sich entweder an, jeweils einen anderen Teil der Mitarbeiter zu besuchen, oder nach der "Powell-Methode" vorzugehen: Der ehemalige General und jetzige US-Außenminister ging jeden Tag zur selben Uhrzeit die selbe Strecke ab. In aller Regel traf er dann "zufällig" auf Mitarbeiter, die etwas mit ihm zu besprechen hatten.

MBWA entfaltet jedoch sein volles Potenzial, wenn es Teil der Unternehmenskultur wird und jeder Einzelne direkte Kontakte zu seinen Kollegen pflegt.

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Vor- und Nachteile von MBWA

Der wohl größte Vorteil von MBWA ist der direkte Kontakt, der zwischen dem Management und den Mitarbeitern entsteht. Meetings oder Besprechungen werden in aller Regel von den herrschenden Machtstrukturen verzerrt und man hat es oft nur mit vorformulierten Statements zu tun. Direkt am Arbeitsplatz angetroffen ist der Mitarbeiter eher zu einem offenen Gespräch bereit.

Die Unternehmensführung bleibt also einerseits nahe an den Problemen der Mitarbeiter. Umgekehrt dient MBWA als Führungswerkzeug: die Mitarbeiter erhalten die Informationen wie z. B. Visionen oder strategische Vorhaben, aus erster Hand. Der direkte Kontakt kann einen Austausch von Gedanken ermöglichen, der für beide Seiten fruchtbar ist.

MBWA bevorzugt die kurzen Wege. Bevor sich ein kleines Problem von Mail zu Mail zu einer großen Krise auswächst, kann es durch ein direktes Treffen der Betroffenen schnell behoben werden. MBWA räumt Missverständnisse frühzeitig aus und fördert daher die Arbeitseffizienz und das Arbeitsklima. Als Teil der Unternehmenskultur prägt es die Arbeitsabläufe positiv.

Allerdings birgt MBWA auch eine Gefahr: es darf nicht zu einer Überwachung der Mitarbeiter werden. Keiner möchte gerne bespitzelt werden, weshalb der Manager beim Einsatz dieser Technik Vorsicht walten lassen sollte.

Zwölf Tipps für erfolgreiches MBWA (nach FUTURECent)

  • Alle sollten MBWA praktizieren!
    Um seine positiven Effekte voll zu entfalten sollte MBWA Teil der Unternehmenskultur sein.

  • Und das möglichst oft!
    Versuchen Sie mindestens 30 Minuten pro Woche mit ihren Mitarbeitern zu verbringen. Besuchen Sie weit entfernte Mitarbeiter mindestens einmal im Quartal.

  • Gehen Sie selbst!
    Suchen Sie persönlich den Kontakt mit den Mitarbeitern und schaffen Sie die Möglichkeit für Gespräche unter vier Augen. So entstehen am ehesten offene und ehrliche Gespräche.

  • Vermeiden Sie es, untergeordnete Manager zu übergehen!
    Lassen Sie sich nicht in private Machtkämpfe hineinziehen. Wo es ein wirkliches Problem gibt, sollte zuerst das direkte Gespräch mit dem zuständigen Manager gesucht werden.

  • Fragen Sie richtig!
    Ihre Fragen sollten ehrliches Interesse bekunden, das Gegenüber aber nicht in eine Verhörsituation bringen.

  • Seien Sie aufmerksam!
    Nehmen Sie nicht nur die Worte wahr, sondern achten Sie auch auf das Gespräch. Wie klappt die alltägliche Kommunikation Ihrer Mitarbeiter untereinander?

  • Teilen Sie Ihre Visionen mit Ihren Mitarbeitern!
    Stellen Sie in den Gesprächen Ihr strategisches Konzept vor und erörtern Sie, wie gerade diese Abteilung oder dieser Arbeitplatz in den großen Plan passt. Ihre Mitarbeiter werden strategische Weichenstellungen als etwas eigenes begreifen.

  • Probieren Sie deren Arbeit aus!
    Machen Sie die Erfahrung, wie die Arbeit genau an diesem Arbeitsplatz aussieht. Damit zeigen Sie nicht nur Interesse, sondern erhalten auch ein reicheres Wissen über die Arbeitsabläufe in Ihrem Unternehmen.

  • Bringen Sie gute Neuigkeiten!
    Verbreiten Sie gute Neuigkeiten selbst und motivieren Sie Ihre Mitarbeiter durch ernst gemeintes Lob.

  • Pflegen Sie lockere Unterhaltungen!
    Ein gelegentlicher Scherz lockert das Arbeitsklima auf, ohne Ihre Autorität zu untergraben.

  • Seien Sie Zeuge von Erfolgen!
    Suchen Sie eher nach Erfolgen als nach Fehlern.

  • Kritisieren Sie nicht auf der Stelle!
    Korrigieren Sie auf der Stelle, was zu korrigieren ist, aber halten Sie sich mit Kritik zurück, bis Sie mit dem direkten Vorgesetzten gesprochen haben.

Links und Literatur

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