IT-Leistungserstellung

Aufbruch der traditionellen Wertschöpfungskette

"Beurteilt die Menschen nicht nach ihrer Herkunft, sondern nach ihrer Leistung."
Perikles, ca.500-429, athenischer Staatsmann

Viele Unternehmen erbringen traditionell alle IT-Leistungen entlang der Wertschöpfungskette selbst.

Die weiter steigende Arbeitsteilung und Spezialisierung mit einhergehenden Erfahrungskurven- und Skaleneffekten einerseits, sowie die Globalisierung, zunehmender Wettbewerb und steigender Kostendruck andererseits, eröffnen Unternehmen heute die Chance, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, um erfolgreich am Markt zu agieren.

Nicht zur Kernkompetenz gehörende Aufgaben und Funktionen werden zunehmend an Spezialisten ausgelagert. Einer Gartner-Studie zufolge ist das weltweite Volumen für IT-Auslagerungen zwischen 2000 und 2003 um 42 Prozent auf 353 Milliarden US Dollar angestiegen.

Offensichtlich zählen viele Unternehmen die IT nicht mehr zu ihren Kernkompetenzen und brechen ihre Wertschöpfungskette bezüglich der IT-Leistungserstellung auf.

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Die IT Leistungserstellung beschreibt einerseits die Komponenten von der Idee bis zum Betrieb eines IT Systems entlang einer Wertschöpfungskette und bestimmt andererseits die Wertschöpfungstiefe.

Unternehmen haben heute die Chance, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, um erfolgreich am Markt zu agieren. Nicht zur Kernkompetenz gehörende Aufgaben und Funktionen werden zunehmend an Spezialisten ausgelagert.

Beispielsweise plant die Commerzbank die Auslagerung der Anwendungsentwickung für das Investmentbanking, um sich stärker auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren und Kosten einzusparen. Mit gleichen Zielsetzungen haben ABB und Deutsche Bank den Betrieb ihrer Rechenzentren weitgehend an IBM ausgelagert.

Offensichtlich zählen viele Unternehmen die IT nicht mehr zu ihren Kernkompetenzen und brechen ihre Wertschöpfungskette bezüglich der IT Leistungserstellung auf.

Komponenten der IT Leistungserstellung

Die IT Leistungserstellung lässt sich in sechs wesentliche Komponenten einteilen.
In Form einer Wertschöpfungskette dargestellt, beginnt sie mit der Beschreibung eines Fachkonzepts und endet mit dem Betrieb eines IT Systems. Dabei ist es nicht zwingend notwendig, dass eine Komponente vollständig abgeschlossen ist, bevor die nächste beginnt, vielmehr überlappen sich die einzelnen Komponenten.

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1. Fachkonzept
Beschreibung einer Idee für ein IT System in Form von fachlichen Funktionen und Prozessen:

  • Was soll das IT System leisten?
  • Welche Eingabefelder werden benötigt?
  • Welche Berechnungen sollen durchgeführt werden?
  • Was soll am Bildschirm oder auf dem Drucker ausgegeben werden?
  • Wie soll die Vernetzung von Arbeitsplätzen oder Systemen aussehen?

2. IT Konzept
Beschreibung der konkreten Umsetzung des Fachkonzepts in Software- und Hardwarearchitekturen:

  • Definition des Datenbankmodells
  • Auswahl des Datenbanksystems
  • Festlegung des Anwendungsmodells und der Programmiersprache
  • Bestimmung von Datenflüssen und
  • die Auswahl der Netzwerktopologie.

3. Entwicklung
Die Entwicklung umfasst bspw. die Programmierung einer Anwendung, die Installation von Hardware oder den Aufbau eines Netzwerks.

4. Test
Im Rahmen des Tests wird das einwandfreie Zusammenspiel aller Komponenten (bspw. Software, Hardware und Netzwerk) eines IT Systems überprüft. Dabei geht es um die funktionale, wie auch fachliche Richtigkeit und Funktionsweise.

5. Pilot
Bei der Einführung komplexer IT Neuerungen werden häufig umfas-sende Praxistests in Echtbetrieb - dem Pilot(-betrieb) - mit einer eingeschränkten Anzahl zukünftiger Anwender des IT Systems durchgeführt.

6. Betrieb
Wartung und Überwachung der IT Systeme und Anwendungen, beispielsweise der Rechenzentrumsbetrieb, die Benutzerunterstützung oder der Betrieb des Netzwerks.

Tiefe der IT Leistungserstellung

Jede der sechs Komponenten kann von einem Unternehmen selbst erstellt werden (Eigenerstellung). Zu beobachten ist auch, dass Unternehmen Teilaufgaben innerhalb der jeweiligen Komponente an IT Lieferanten fremdvergeben (SMART-Sourcing). Zunehmend werden inzwischen auch ganze Komponenten vollständig an ein fremdes Unternehmen ausgelagert (Outsourcing).

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A. Eigenerstellung

Bei der Eigenerstellung werden von einem Unternehmen alle Komponenten der IT Leistungserstellung in Eigenfertigung selbst erzeugt – von der Beschreibung des Fachkonzepts über die Programmierung der Anwendungen und die Verwaltung des Netzwerks bis hin zum Betrieb des Rechenzentrums. Nur vereinzelt werden IT Leistungen bei IT Dienstleistern zur Unterstützung der Eigenerstellung eingekauft.

B. SMART-Sourcing

Beim SMART-Sourcing beauftragen Unternehmen Teilaufgaben einer Komponente oder ganze Komponenten an IT-Lieferanten. Beispielsweise unterstützen Unternehmensberatungen häufig bei der Beschreibung von Fachkonzepten und spezialisierte Softwarehäuser liefern Teilkomponenten im Rahmen der Anwendungsentwicklung. Auch wird der Benutzersupport im häufiger an einen darauf spezialisierten IT Dienstleister vergeben.
Um ein SMART-Sourcing aus Sicht des beauftragenden Unternehmens erfolgreich durchzuführen, sollte auf folgende Faktoren besonders geachtet werden:

  • S pecific
    Definition klarer, spezifischer Ziele bei der Auftragsvergabe
    (z.B.: Kostensenkung oder Qualitätsverbessung)
  • M easurable
  • Die Ziele der Auftragsvergabe müssen messbar sein
    (z.B.: Kostensenkung um 25% oder Netzwerkverfügbarkeit von 99,5%)
  • A ttainable
  • Die Ziele der Auftragsvergabe müssen erreichbar sein. Nur von Auftraggeber und Auftragnehmer als realistisch eingestuften Ziele sollten vereinbart werden.
    (z.B.: eine vollständige, unternehmensweite Netzwerkverfügbarkeit von 100% an 365 Tagen im Jahr ist technisch kaum darstellbar)
  • R esult-oriented
    Die Ziele der Auftragsvergabe müssen ergebnisorientiert sein.
    (z.B.: eine 100%-ige Verfügbarkeit einer Anwendung ist meist nicht notwendig. Wirtschaftlich ist die oft eine 99%-ige Verfügbarkeit in den Kerngeschäftszeiten in den die Anwendungen den Benutzern zur Verfügung stehen muss)
  • T ime-bound
    Die Ziele der Auftragsvergabe müssen innerhalb einer vorgegebenen Zeit erreicht werden.
    (z.B.: Die Entwicklung einer Anwendung mit einer klar spezifizierten Funktionalität soll in acht Monaten abgeschlossen werden)

C. Outsourcing

Beim Outsourcing werden einzelne bis hin zu allen Komponenten der IT-Leistungserstellung an verschiedene oder an einen fremden IT Dienstleister vergeben. Auch beim Outsourcing sollte man die SMART-Erfolgsfaktoren berücksichtigen.

Steigende Anforderungen an das Management der IT

Ein nachhaltiger Aufbruch der traditionellen Wertschöpfungskette der IT Leistungserstellung zeichnet sich ab, zugunsten virtueller IT-Wertschöpfungsketten mit einem hohen Anteil an fremder IT-Leistungserstellung. Dadurch steigen die Anforderungen an das Management der IT:

  1. Unternehmen müssen im Rahmen ihrer IT Strategie festlegen, welche Komponente der IT Leistungserstellung sie in welcher Tiefe und mit welchen Partnern fertigen.
  2. Eine steigende Anzahl von Beteiligten bei der IT Leistungserstellung erhöht die Koordinationskomplexität.

Damit wird die Strategieentwicklung und das Management und die Koordination von IT Dienstleistern entlang der IT Leistungserstellung zu einer Schlüsselqualifikation eines modernen IT Managements.

Links und Literatur

Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit Frank Schwab erstellt.

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