Inhalt
Führungsmodelle
Führungsverhalten als Wettbewerbsfaktor
Es kann davon ausgegangen werden, dass es kein optimales, für alle Betriebe stets anwendbares Führungsmodell gibt, sondern dieses vielmehr von dessen Situation, Größe und Alter abhängt.
Führungsmodelle treffen Aussagen darüber, wie die Praxis der Führung in den Unternehmen vollzogen werden soll. Sie beruhen teils auf wissenschaftlichen Grundlagen, teils sind sie aus praktischen Erfahrungen entstanden.
Es wird davon ausgegangen, dass sich das Führungsverhalten auf die Produktivität sowie die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirkt, und damit ein Wettbewerbsfaktor darstellt. Sie stellen damit Modelle zur Unterstützung des Führenden dar. Die Anwendung soll ein einheitliches Führungsverhalten im Unternehmen bewirken.
Harzburger Führungsmodell
Das Harzburger Modell ist ein von R. Höhn (Gründer der Führungsakademie in Bad Harzburg) in den 50er Jahren entwickeltes Führungsmodell, das auch als Führung im Mitarbeiterverhältnis bezeichnet wird. Es sollte den bis dahin vorherrschenden autoritär-patriarchalischen Führungsstil ablösen.
Dieses Konzept lässt sich von dem Grundgedanken leiten, dass die Motivation von Mitarbeitern durch Delegation (Management by Delegation) von Verantwortung und die Übertragung selbständiger Aufgabenbereiche gefördert werden kann.
Jeder Mitarbeiter enthält daher ein festumgrenztes Aufgabengebiet mit Kompetenzen und eigenverantwortlicher Entscheidungs- und Handlungsbefugnis. Für diesen Aufgabenbereich trägt er aber auch die volle Verantwortung. Der Vorgesetzte darf - abgesehen von Ausnahmefällen (Management by Exception) - nicht eingreifen.
Hauptbestandteil des Modells sind umfangreiche Führungsanweisungen bzw. Führungsgrundsätze und Stellenbeschreibungen. Kritiker werfen dem Modell daher eine zu starke Bürokratisierung vor.
St. Gallener Führungsmodell
Diese Modell wurde Anfang der 70er Jahre von Hans Ulrich und dessen Schülern in St. Gallen entwickelt. Es soll nach seinen Vorstellungen, Personal- und Unternehmensführungsaspekte integrieren, einen klaren und einheitlichen, aus der Systemtheorie (Management by Systems) Begriffsapparat zur Verfügung stellen und in der Praxis leicht implementierbar sein.
Gruppenkonzept von Likert
Dieses Führungsmodell geht davon aus, dass Mitarbeiter organisatorisch betrachtet gleichzeitig Teilnehmer zweier sich überlappender Gruppen sein sollen. Abgesehen von den obersten und untersten Hierarchieebenen soll nach Rensis Likert jeder Mitarbeiter gleichzeitig in zwei verschiedenen Gruppen an Entscheidungen beteiligt werden und ist damit in der einen Gruppe teilnehmendes, in der anderen Gruppe führendes oder moderierendes Mitglied.
Entscheidungen sollen so weit nach unten verlagert werden, dass diese bezüglich des Sachverstandes der Gruppenmitglieder gerade noch bewältigt werden können. Durch das Netzwerk sich überlappender Gruppen soll die Kommunikation und Integration im Unternehmen verbessert werden.
Gruppenarbeit muss jedoch nicht immer motivierend auf Mitarbeiter wirken. Gruppenentscheidungen benötigen i.d.R. viel Zeit, und der Erfolg einer Maßnahme hängt entscheidend vom Klima in der Gruppe, sowie dem Willen ab, gemeinsam die Entscheidungen zu realisieren. Praktische Anwendungen dieses Modells sind selten.
Links und Literatur
- SCHNECK, O. (1998): Lexikon der Betriebswirtschaft. Über 3000 grundlegende und aktuelle Begriffe für Studium und Beruf. München 1998.

