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Framing
Sprachlich eine gemeinsame Sicht aufbauen
Wollen wir heute erfolgreich mit anderen zusammenarbeiten, dann müssen wir ganz konkret in der Lage sein, eine bestimmte Deutung und Sichtweise überzeugend, einfach und verständlich vermitteln zu können.
Framing ist die Kunst durch Sprache zu führen, d.h. sprachlich eine gemeinsame Welt und Weltsicht aufzubauen und dabei andere zum Handeln zu bewegen.
Fotografen dienen hier als Vorbild. Sie können uns ihre Sicht der Welt durch ihre Aufnahmen vermitteln. Sie wählen einen Fokus und nehmen einen bestimmten Bildausschnitt - Frame -, so dass wir sehen, welche Absicht der Fotograf damit verfolgt hat, welche Botschaft er uns vermitteln will. Diese Frames beeinflussen unsere Sicht der Dinge nicht nur durch das, was sie hervorheben, sondern auch durch das, was sie auslassen.
Bei jedem Framing passiert genau dasselbe: wir schließen bestimmte Aspekte aus, darunter entgegengesetzte oder alternative Deutungen, und heben andere Aspekte besonders hervor, die unsere eigene Interpretation stützen.
Die vier Grundsätze des Framing
Mit folgenden vier Grundsätzen bringen Fairhurst und Sarr (1999) die Kunst des Framing auf den Punkt:
- Für alle: Jeder kann Framing lernen und anwenden.
- In jeder Situation: Gelegenheiten für Framing gibt es überall.
- Nutzen: Framing erhöht die Chancen, ein Ziel zu erreichen.
- Einzige Bedingung: Framing setzt Initiative voraus.
Drei Schlüsselelemente
Die folgenden drei Schlüsselelemente machen ein wirkungsvolles Framing aus:
- Sprache
Die Auswahl unserer Worte und Sätze ist entscheidend für den Prozess, bestimmte Deutungen zu erzeugen. Framing erzeugt Verständnis, zum Teil dadurch, weil dies einfach in der Natur der Sprache liegt. Durch unsere Sprache können wir Dinge einordnen und geeignete Kategorien finden.
Außerdem hilft uns die Sprache, uns zu erinnern und Informationen abzurufen. Durch Metaphern können wir eine Sache im Vergleich mit etwas anderem leichter verstehen und einordnen und so unser Verständnis von beiden verbessern.
- Denken
Um andere framen zu können, müssen wir zuerst uns selbst framen. Dazu brauchen wir mentale Modelle. Das sind tief verankerte innere Bilder oder Vorstellungen darüber, wie die Welt funktioniert.
Diese Vorstellungen haben einen sehr starken Einfluss auf unser Framing-Verhalten, da sie direkt die Art bestimmen, wie wir wahrnehmen und gleichzeitig auch, welche Sichtweise wir anderen vermitteln. Neue Modelle basieren dabei auf den begrenzten Erfahrungen.
- Vorausdenken und Spontaneität
Gute Kommunikation heißt nicht, eine vorbereitete Rede zu halten. Die Zeit, unsere spontanen Äußerungen genau zu durchdenken, gibt es bei normalen Gesprächen einfach nicht. Erst dann, wenn wir unsere Eindrücke für unser Gedächtnis aufbereiten - uns erinnern. Priming (dt. Pumpen) schafft die Voraussetzungen für wirkungsvolle, spontane Kommunikation.
Instrumente
Um Framing im Unternehmensalltag wirkungsvoll anwenden zu können, stehen einer Führungskraft verschiedene Instrumente zur Verfügung:
- Metaphern
Metaphern stellen Verbindungen zwischen verschiedenen Begriffen, Dingen oder Themen her, zeigen die Ähnlichkeiten auf und fügen neue Bedeutungsaspekte hinzu. Die Problematik bei Metaphern liegt darin, dass wichtige andere Bedeutungen überdeckt werden können.
- Insider-Sprache und Schlagworte
Insider-Sprache und Schlagworte fassen ein Thema in allseits bekannte Begriffe; man sollte jedoch darauf achten, sie nicht überzustrapazieren.
- Kontraste
Kontrast ist ein Mittel, um etwas durch Abgrenzung oder Gegenüberstellung zu verdeutlichen, da es manchmal leichter ist, zu sagen, was etwas nicht ist, statt genau zu definieren, was es ist. Achten Sie aber darauf, dass eine schlechte Gegenüberstellung sehr viel Bedeutung verwischen kann.
- Spin
Spin stellt ein Thema in einem besonders positiven oder aber negativen Licht dar. Wird das betont Positive oder Negative überzogen und die Darstellung weicht zu sehr von der Realität ab, dann verliert man an Glaubwürdigkeit.
- Geschichten
Geschichten lassen ein Thema durch ein Beispiel verstehen, wecken unsere Aufmerksamkeit und rufen Gefühle hervor. Sie sind auch sehr gut für Lernsituationen geeignet. Wie Metaphern können jedoch auch bestimmte Bedeutungsaspekte zu kurz kommen.
- Komplexe Metaphern
Komplexe Metaphern haben sehr viele verborgene, unterschwellige Bedeutungen und sind sehr gut geeignet, um eine Vision zu entwickeln. Doch sollten wie besonders darauf achten, dass sie nicht zu weit von den Erwartungen unserer Zuhörer entfernt sind.
Glaubwürdigkeit
Glaubwürdigkeit ist in erster Linie abhängig davon, wie andere uns rein subjektiv sehen. Die zwei Grundkomponenten von Glaubwürdigkeit sind: Kompetenz und Vertrauen. Kompetenz bezieht sich darauf, wie erfahren, informiert, qualifiziert oder intelligent jemand zu sein scheint. Vertrauen bezieht sich darauf, wie ehrlich, offen, fair oder selbstlos jemand ist. Andere Komponenten wie Charisma werden eher als zusätzliche Aspekte betrachtet.



