Nach dem Spiel ist vor dem Spiel


Wie sich aus Niederlagen Gewinne generieren lassen


Wenn sich in Brasilien internationale Spitzenfußballer im Kampf um den Weltmeistertitel messen, liegen Sieg und Niederlage, Jubel und Tränen nur fußbreit auseinander. Trainer und Spieler müssen unter hohem Druck blitzschnell richtige Entscheidungen treffen, entsprechende Manöver einleiten  – und manchmal ist der Gegner einfach besser darin. Doch was tun, damit nach dem Abpfiff die Mannschaft nicht im Tal der Tränen verharrt, sondern mit Zuversicht ins nächste Spiel geht? Die Bewältigungsstrategien von Niederlagen im Spitzensport lassen sich ohne weiteres auf die Belange der Wirtschaft übertragen.

Trainer wie Führungskräfte wissen: Misserfolg ist der Mentor des Erfolgs. Niederlagen reflektieren uns, wo wir stehen und wo es gilt, besser zu werden oder neue Wege zu beschreiten. Wer Erklärungen statt Ausflüchte sucht, hat den Weg des Neuanfangs und der Weiterentwicklung bereits beschritten. Diese Haltung macht den Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen – im Spitzensport wie im Business.

Raus aus dem Abseits!

Zum Business gehören kritische und unerwartete Situationen. Wie gut auch immer Sie sich vorbereiten, ein Kundengespräch kann unglücklich verlaufen oder eine Präsentation danebengehen. Sie sind enttäuscht und unzufrieden mit Ihrer Leistung und/oder der Ihrer Mitarbeiter. Das ist legitim. Doch wenn Sie die Enttäuschung nicht hinter sich lassen, leisten Sie einer negativen Entwicklung Vorschub. Dann bleibt das Gefühl, das eigene Bestreben sei sinnlos. Das impliziert geringes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Daraus resultieren Angst, Blockaden, Stress, Unbehagen. Das blockiert Sie, Ihr Team und führt eventuell zu weiteren schlechten Leistungen.

Als Führungskraft können Sie erheblich dazu beitragen, wie Ihr Team mit der Niederlage umgeht. Je heftiger Sie auf einen Misserfolg reagieren und je länger Sie in Ihren negativen Emotionen verhaften, desto stärker überträgt sich das auf die Mannschaft. Ihre Beziehungen zu den Mitarbeitern leiden. Überwinden Sie daher Wut, Trauer oder Enttäuschung möglichst rasch und klettern Sie aus dem emotionalen Tal.

Nutzen Sie dazu das Triple A-Prinzip. 

Triple A: Akzeptieren, analysieren, abhaken!

Begreifen Sie Niederlagen als Lernchancen! Dabei helfen Gespräche mit Vertrauenspersonen, wo Sie offen Schwächen zeigen können und Ihr Wert als Mensch, unabhängig von der Sache, unangefochten bleibt. Um Ihre Niederlage gewinnbringend zu verarbeiten, ist Akzeptanz Voraussetzung, das erste A des AAA-Prinzips. Klagen, jammern und „Was wäre …, wenn…“-Fragen bringen Sie nicht weiter. Akzeptieren Sie, dass Ihre Performance und/oder die Ihres Teams nicht optimal war und widmen Sie sich zeitnah einer Analyse, dem zweiten A. Zuvor nehmen Sie sich Zeit genug, um negative Stressgefühle abzubauen (z. B. durch körperliche Betätigung wie Walken oder Joggen, Musik machen oder hören, in den Wald gehen und schreien, einen Wut-Ball drücken, ein gutes Essen mit Freunden o.ä.), sonst ist Ihr Kopf nicht frei für eine klare Analyse.

Wichtig: Richten Sie bei Ihrer (schriftlichen) Analyse den Fokus nicht allein auf Schwächen und Defizite:

  • Was waren Faktoren für den Misserfolg?
  • Was lief gut? Welche Stärken kamen zum Tragen?
  • Was kann ich/können wir daraus lernen?
  • Was und wie lässt es sich beim nächsten Mal besser machen?

Wichtig: Bei Ihren Schlussfolgerungen helfen kein „ich muss“ oder „die anderen müssen“. Ebenso wenig nützt es Ihnen, sich und andere global abzuwerten („ich bin ein Versager“, „der andere taugt nichts“) oder zu katastrophisieren („es wäre absolut schrecklich, wenn…“).

Vom FC-Bayern-Trainer Pep Guardiola heißt es, er bewahre stets den Respekt vorm Gegner, im Sieg wie in der Niederlage. Nehmen Sie die siegreiche Konkurrenz als Vorbild und fragen Sie sich, was Sie und Ihr Team für die nächste Präsentation oder die nächste Preisverhandlung von ihr lernen können. Und schließlich gilt das dritte A, nämlich Abhaken! Lassen Sie die Vergangenheit hinter sich, Sie können sie nicht mehr ändern. Verbannen Sie nach der Analyse Gedanken daran aus dem Kopf, sonst blockieren Sie sich beim zukünftigen Handeln. Ein Klient von mir war in der Jugend erfolgreicher Judoka, mehrfacher Bayerischer und Deutscher Meister, Bundeskader, und verlor zwei Jahre lang keinen einzigen Kampf. Als er das erste Mal wieder einem Gegner unterlag, war er so verunsichert, dass er danach jeden Kampf verlor. „Der Bundestrainer klärte mich auf: Du hast das Verlieren verlernt“, berichtet mein Klient. „Diese erste Niederlage seit langem bekam ich nicht mehr aus dem Kopf, nahm sie mit in die nächsten Kämpfe und verlor wieder. Das machte mich immer unsicherer, ein Teufelskreislauf.“ Sein Trainer baute das Selbstbewusstsein mühsam wieder auf, schließlich hatte der Judoka nicht von heute auf morgen Judo verlernt. Sein Fazit seitdem: „Nach der Analyse muss die Niederlage aus dem Kopf!“

Ob auf dem Rasen oder dem Parkett: Es braucht die Bereitschaft jedes Teamplayers und Anführers, sich ständig weiterentwickeln und reflektieren zu wollen – denn jedes Spiel, jede Herausforderung, jede Situation ist anders. Das zeigt nicht zuletzt die Reflexion und systematische Auswertung von Erfahrungen und Handlungen während Ihres Misserfolgs.

Autorin Antje Heimsoeth

Antje Heimsoeth, Diplom-Ingenieurin (FH), selbstständige Trainerin und Coach, ECA und DVNLP, Gesundheitstrainerin, Mental Coach, ECA Sport Coach (Master Competence), zert. Sport-Mentaltrainerin, Business Coach und Keynote Speakerin mit Olympiafaktor: Go for Gold mit eigenem Institut SportNLPAcademy®. Weltweit tätig.

www.business-mentaltrainer.eu
www.antje-heimsoeth.com

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